Spielplan

FRIEDE UND VERSÖHNUNG

Benjamin Brittens «War Requiem»

 
Versöhnung – das ist der Grundgedanke von Brittens «War Requiem». Bei der Uraufführung in der kriegszerstörten Kathedrale von Coventry sollten eine Russin, ein Deutscher und ein Engländer die Soloparts übernehmen. Dass nun ein japanischer Dirigent das Weltklasseorchester aus der Nachbarstadt Birmingham leitet, passt ins Bild. Wie überhaupt Brittens Friedensappell von 1962 nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat.



KKL LUZERN · 17. NOVEMBER 2026

TICKET KAUFEN

Wir können positiv denken. Musik wie diese kann traurig sein, aber durch sie können wir eine Verbindung zueinander aufbauen. Vielleicht erinnern wir uns beim Zuhören an diejenigen, die gestorben sind, aber wir finden wieder zu uns selbst zurück und denken daran, dass das Leben für immer weitergeht. Es ist eine gute Botschaft, positiv zu sein.
Kazuki Yamada

ORCHESTER

CITY OF BIRMINGHAM SYMPHONY ORCHESTRA

2020 feierte das Sinfonieorchester der Stadt Birmingham sein 100-jähriges Bestehen. Einst wurde es von Musikern wie Edward Elgar und Adrian Boult geleitet, doch der Sprung in die vorderste Klassik-Riege gelang erst unter der Ära Simon Rattles (1980–1998). Rattle hob nicht nur das musikalische Niveau des Ensembles, sondern etablierte eine neue Spielstätte, die Symphony Hall, und arbeitete konsequent mit zeitgenössischen Komponisten zusammen. Seine Nachfolger Sakari Oramo, Andris Nelsons und Mirga Gražinytė-Tyla knüpften an diese Erfolge an; 2004 wurde das CBSO Youth Orchestra als Nachwuchsschmiede gegründet. Von den vielen Auszeichnungen des Orchesters seien stellvertretend der Preis der deutschen Schallplattenkritik und der Gramophone Award für die beste Klassikeinspielung der vergangenen 30 Jahre genannt.

THE CHOIR OF TRINITY COLLEGE CAMBRIDGE

Der im 14. Jahrhundert gegründete Choir of Trinity College Cambridge ist einer der renommiertesten Chöre der Welt. Das Ensemble besteht aus etwa dreissig studentischen Sänger*innen und zwei Organisten des Trinity College und gestaltet während des akademischen Jahres die Gottesdienste in der Kapelle des Colleges. Diese Tradition, die lange Zeit ausschliesslich Männern vorbehalten war, wurde in den 1980er-Jahren unter der Leitung von Richard Marlow für Frauenstimmen geöffnet. Seit Januar 2024 liegt die musikalische Leitung bei Steven Grahl. Als Pionier im Bereich der digitalen Übertragung hat der Chor ein Programm zur Live-Übertragung seiner Gottesdienste eingerichtet. Er tritt zudem auf internationalen Bühnen im Rahmen seiner Tourneen auf und hat in diesem Zusammenhang mit renommierten Ensembles wie dem Orchestra of the Age of Enlightenment zusammengearbeitet.


DIRIGENT*IN

KAZUKI YAMADA

Kazuki Yamadas Stern ging 2009 auf, als er den renommierten Dirigierwettbewerb in Besançon für sich entschied. Von da an standen ihm die Bühnen Europas offen: Er arbeitete mit den grossen Orchestern in London, Paris, Wien, Stockholm und Dresden zusammen, dazu in den USA und Australien. Sechs Jahre lang, von 2012 bis 2018, war er Erster Gastdirigent des Orchestre de la Suisse Romande, übernahm 2016 die Künstlerische Leitung des Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo und wurde kurz danach Erster Gastdirigent des City of Birmingham Symphony Orchestra. Dass er dort 2023 die Nachfolge der Litauerin Mirga Gražinytė-Tyla als Chefdirigent antreten durfte, war nur folgerichtig. Seit Beginn der Saison 2026/27 ist Yamada zusätzlich auch Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters in seiner Wahlheimat Berlin.


SOLIST*IN

LUKAS STERNATH

Lukas Sternath ist seit seiner Kindheit auf internationalen Bühnen zu Hause, nachdem er seine ersten musikalischen Erfahrungen bei den berühmten Wiener Sängerknaben gesammelt hatte. Anschliessend widmete er sich dem Klavier und studierte an der Musikuniversität Wien sowie in Hannover bei Igor Levit und Paul Lewis. Der junge Wiener Musiker sorgte 2022 beim Internationalen ARD-Wettbewerb in München für Aufsehen, als er den Ersten Preis sowie sieben Sonderpreise gewann. Ausserdem wurde er zum «ECHO Rising Star» für die Saison 2024/25 und zum «BBC New Generation Artist» für den Zeitraum 2025 bis 2027 ernannt. Er tritt regelmässig auf den grossen internationalen Bühnen auf und organisiert seinen eigenen «Lukas-Sternath-Zyklus» (Kammermusik) im Wiener Musikverein – eine Premiere in der Geschichte dieser renommierten Institution.

IRINA LUNGU

Die in Moldawien geborene russische Sopranistin Irina Lungu begann schon sehr früh mit dem Klavier- und Chorgesangsunterricht, bevor sie sich auf den Operngesang spezialisierte. Als Preisträgerin des Operalia-Wettbewerbs 2004 perfektionierte sie ihre Ausbildung an der Akademie des Teatro alla Scala in Mailand. Ihre internationale Karriere führte sie auf die grössten Opernbühnen, darunter die Wiener Staatsoper, das Royal Opera House in London, die Opéra de Paris und das Teatro San Carlo in Neapel. In der Schweiz trat sie insbesondere an den Opernhäusern von Zürich und Lausanne auf. Irina Lungu, die für ihre Interpretation von Belcanto- und Verdi-Rollen bekannt ist, arbeitet regelmässig mit renommierten Dirigenten wie Riccardo Muti, Daniele Gatti und Daniel Harding zusammen. Sie ist zudem als Gast auf Konzertbühnen zu sehen, wo sie das symphonische Gesangsrepertoire interpretiert.

CHRISTIAN GERHAHER

Der deutsche Bassbariton Christian Gerhaher studierte parallel Medizin und Gesang in München, bevor er sich bei Dietrich Fischer-Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf weiterbildete. Er hat sich als einer der bedeutendsten Liedinterpreten etabliert und bildet seit über dreissig Jahren ein privilegiertes Duo mit dem Pianisten Gerold Huber, mit dem er insbesondere Zyklen von Schubert, Schumann und Mahler aufführt. Er ist zudem ein gefragter Opernsänger. Seine Interpretation von Wozzeck in Zürich im Jahr 2015 gilt als Meilenstein seiner Opernkarriere, die sich auf den grossen internationalen Bühnen entfaltet hat. In der Schweiz trat er unter anderem beim Lucerne Festival und am Grand Théâtre de Genève auf. Christian Gerhaher unterrichtet Liedgesang in München.

ANDREW STAPLES

Der britische Tenor Andrew Staples begann seine musikalische Laufbahn als Chorsänger an der St. Paul’s Cathedral in London. Anschliessend studierte er am King’s College in Cambridge, am Royal College of Music und an der Benjamin Britten International Opera School, wo er seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte. Seine Karriere setzte sich fort sowohl im lyrischen Bereich als auch im Konzertrepertoire. Er ist Gast an den grössten Opernhäusern wie Covent Garden in London, dem Prager Nationaltheater, La Monnaie in Brüssel, dem Theater an der Wien oder der Met in New York. Auf der Konzertbühne tritt er regelmässig mit renommierten Dirigenten wie Sir Simon Rattle oder Daniel Harding auf. Andrew Staples widmet sich zudem der Operninszenierung, Musikfilmen und der Fotografie.


PROGRAMM

BENJAMIN BRITTEN: «WAR REQUIEM» FÜR SOPRAN, TENOR, BARITON, CHOR UND ORCHESTER

Ein Oratorium, uraufgeführt 17 Jahre nach Kriegsende in der zerstörten Kathedrale von Coventry, unter Beteiligung von Künstler*innen aus ehemals verfeindeten Nationen: Eindrucksvoller hätte man die Idee einer Versöhnung kaum umsetzen können. Aber Benjamin Brittens «War Requiem» ist mehr als nur klingendes Mahnmal: ein Werk, das musikalische Tradition und Moderne, Gesellschaft und Individuum auf faszinierende Weise zusammenbringt. Britten, als Komponist auf dem Zenit seines Schaffens, schreibt Fugen und Choräle in zeitgenössischer Diktion, entwirft plastische Klangbilder, führt Instrumente und Gesang an die Grenzen ihrer Ausdruckskraft. Und wo der lateinische Messtext auf das Überzeitliche zielt, holen die erschütternden Verse des jung verstorbenen Dichters Wilfred Owen auf die Erde zurück.

Konzert ohne Pause. Dauer ca. 90'.


Migros-Kulturprozent-Classics ist Teil des gesellschaftlichen Engagements der Migros-Gruppe: 
engagement.migros.ch

Migros-Kulturprozent-Classics ist Teil des gesellschaftlichen Engagements der Migros-Gruppe: 
engagement.migros.ch

Migros-Kulturprozent-Classics