Spielplan

BOTSCHAFTER DER HUMANITÄT

Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie

 
Seinem Ruf als Ensemble, das Brücken schlägt, macht das Budapest Festival Orchestra wieder einmal alle Ehre. Aus Anlass von Beethovens 200. Todestag und zum 55. Geburtstag der Europäischen Union gehen Iván Fischer und «sein» BFO mit der Neunten auf Europatournee. Um deren Botschaft – Friede und Verständigung – auf dem ganzen Kontinent zu verkünden: in Brüssel, Amsterdam, Hamburg und eben auch Luzern.



KKL LUZERN · 12. APRIL 2027

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Was wollte Beethoven mit dem Chorfinale «An die Freude» erreichen? Es war natürlich die Zeit nach der Französischen Revolution. Eine neue Gesellschaft entstand, und die Botschaft lautete: Wir sind alle eine Familie. Wir singen gemeinsam. Ich verstehe das, und ich glaube, dass es auch heute noch wichtig ist. Es gibt so viele Spannungen in der Welt. Es ist eine Notwendigkeit, dies auch heute noch zu erleben. Also, kommt zum Konzert und singt mit uns!
Iván Fischer

ORCHESTER

BUDAPEST FESTIVAL ORCHESTRA

Vom Projektorchester für junge Talente zu einem der besten Klangkörper weltweit – diesen Aufstieg vollzog das Budapest Festival Orchestra in beeindruckendem Tempo. 1983 gegründet, verbindet das Orchester herausragende Qualität und Experimentierfreude mit internationaler Strahlkraft. Es ist regelmässiger Gast bei den Festivals von Salzburg, Edinburgh, London, Luzern, Bonn und Prag, war auf den Bühnen Nordamerikas ebenso zu hören wie im asiatischen Raum. Für seine Einspielungen von Werken Mahlers, Bartóks und Mozarts gab es zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Grammys. Ebenso wichtig ist dem Budapest Festival Orchestra die «Basisarbeit»: Es veranstaltet nicht nur ein eigenes Musikfest, das Bridging Europe Festival, sondern hat auch Kinder- und Gesprächskonzerte im Programm, spielt in Bars und auf öffentlichen Plätzen.

PAN-EUROPEAN CHORUS

Der eigens für dieses Projekt «Beethoven 9» gegründete Chor vereint etwa 100 bis 120 Chorsängerinnen und Chorsänger aus allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Bei diesen Sängerinnen und Sängern handelt es sich entweder um professionelle Sängerinnen und Sänger oder um junge Menschen, die auf dem Weg dahin sind. Unter der Leitung der Chorleiterin Irene Verburg (Niederlande) proben diese Chorsängerinnen und -sänger die «Ode an die Freude» in Workshops, die europaweit organisiert werden, bevor sie sich im April 2027 in Brüssel dem Budapest Festival Orchestra anschliessen, um die Tournee zu starten.


DIRIGENT*IN

IVÁN FISCHER

Iván Fischer lebt Musik: Er komponiert, spielt mehrere Instrumente und geniesst als Dirigent einen legendären Ruf. Nach seinem Studium in Budapest und Wien arbeitete er als Assistent Harnoncourts in Salzburg, bevor ihn England für sich entdeckte: 1976 Sieg beim Dirigentenwettbewerb in London, 1979 Chefposten bei der Northern Sinfonia, 1982 Welttournee mit dem London Symphony Orchestra. Im Anschluss widmete sich Fischer verstärkt Aktivitäten in der Heimat, v.a. dem Aufbau des Budapest Festival Orchestra. Mit dessen Siegeszug durch die Konzertsäle wurde auch Fischer internationale Aufmerksamkeit zuteil. Neben Gastdirigaten in den USA und Grossbritannien übernahm er die musikalische Leitung des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt. 2006 wurde ihm die höchste ungarische Auszeichnung für Künstler zuteil, der Kossuth-Preis.

IRENE VERBURG

Die Gesangslehrerin und Dirigentin Irene Verburg (Niederlande) begann ihre musikalische Ausbildung im Nationalen Kinderchor der Niederlande. Dort entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Gesang. Sie studierte klassischen Gesang am Königlichen Konservatorium in Den Haag (Master-Abschluss) und an der Niederländischen Opernakademie. Der Gewinn des renommierten Talentpreises der niederländischen Regierung ermöglichte ihr ein weiterführendes Studium in New York. Irene tritt als Konzert- und Opernsängerin in den Niederlanden und im Ausland auf.


SOLIST*IN

MARIA BENGTSSON

Die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson absolvierte ihre Ausbildung an der Musikhochschule Freiburg, bevor sie sich den Ensembles der Wiener Volksoper und anschliessend der Komischen Oper Berlin anschloss. Seit 2007 verfolgt sie eine Solokarriere auf den grossen Bühnen Europas, wo sie sich in Mozart- und Strauss-Rollen einen Namen gemacht hat. In der Schweiz sang sie unter anderem 2023 die Maréchale in Der Rosenkavalier am Grand Théâtre de Genève. Sie ist regelmässig an symphonischen Projekten beteiligt und arbeitet mit den renommiertesten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kirill Petrenko und Antonio Pappano zusammen. In der Spielzeit 25/26 wirkte sie unter anderem in einer Inszenierung von Don Giovanni unter der Leitung von Iván Fischer in Budapest und Vicenza sowie in Peter Grimes am Royal Opera House in London mit.

OLIVIA VERMEULEN

Die in den Niederlanden geborene Olivia Vermeulen absolvierte ihre musikalische Ausbildung in Detmold und Berlin. Sie profitierte zudem vom Unterricht bei Dietrich Fischer-Dieskau, Andreas Scholl, Thomas Quasthoff und Irwin Gage. Mit einem breiten Repertoire, das von Alter Musik bis zu zeitgenössischen Werken reicht, hat sie sich schnell auf den grossen internationalen Bühnen etabliert, sowohl im opernhaften als auch im konzertanten Bereich. Sie zeichnet sich auch im Liedbereich aus, insbesondere dank ihrer Alben «Dirty Minds», «Hello Darkness» und «In Heaven», die sie mit dem Pianisten Jan Philip Schulze aufgenommen hat. Im zeitgenössischen Bereich wirkte sie unter anderem bei der Welturaufführung der Oper «Das Jagdgewehr» von Thomas Larcher und bei Liedern von Wolfgang Rihm mit. Dem Schweizer Publikum bestens bekannt, ist sie im Sommer 2026 auch zu Gast beim Lucerne Festival.

ANDREW STAPLES

Der britische Tenor Andrew Staples begann seine musikalische Laufbahn als Chorsänger an der St. Paul’s Cathedral in London. Anschliessend studierte er am King’s College in Cambridge, am Royal College of Music und an der Benjamin Britten International Opera School, wo er seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte. Seine Karriere setzte sich fort sowohl im Opernbereich als auch im Konzertrepertoire. Er ist Gast an den grössten Opernhäusern wie Covent Garden in London, dem Prager Nationaltheater, La Monnaie in Brüssel, dem Theater an der Wien oder der Met in New York. Auf der Konzertbühne tritt er regelmässig mit renommierten Dirigenten wie Sir Simon Rattle oder Daniel Harding auf. Andrew Staples widmet sich zudem der Operninszenierung, Musikfilmen und der Fotografie.

HANNO MÜLLER-BRACHMANN

Der deutsche Bassbariton Hanno Müller-Brachmann hat enge Verbindungen zur Schweiz, da er seine ersten musikalischen Erfahrungen in der Knabenkantorei Basel sammelte. Anschliessend studierte er Gesang in Freiburg und später in Berlin bei Dietrich Fischer-Dieskau. Von Daniel Barenboim entdeckt, wurde er an die Berliner Oper Unter den Linden eingeladen, wo er 13 Jahre lang Ensemblemitglied war und unter anderem alle grossen Mozart-Rollen sang. Seine Karriere entfaltete sich anschliessend auf den großen internationalen Bühnen unter der Leitung renommierter Dirigenten. Hanno Müller-Brachmann zeichnet sich auch im Konzertrepertoire aus, wie seine zahlreichen Engagements in diesem Bereich und seine umfangreiche Diskografie belegen. Seit 2022 unterrichtet er an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.


PROGRAMM

LUDWIG VAN BEETHOVEN: SINFONIE NR. 9 D-MOLL OP. 125

Beethovens Neunte – das ist mehr als eine Sinfonie. Nicht nur weil sie im letzten Satz auf menschliche Stimmen zurückgreift; das tun spätere sinfonische Werke auch. Sondern weil sie mit der Vertonung von Schillers «Ode an die Freude» ein utopisches Programm verfolgt: Nach den Enttäuschungen der vergangenen Jahrzehnte – Französische Revolution, Napoléon, Restauration – sollte das Zukunftsprojekt einer solidarischen Gesellschaft wenigstens in der Musik aufscheinen. «Alle Menschen werden Brüder», das war Beethovens unverbrüchliche Hoffnung, und um sie kompositorisch zu gestalten, musste er die Grenzen des herkömmlichen Sinfoniemodells sprengen. An diesen revolutionären Akt möchte das Budapest Festival Orchestra mit Sänger*innen aus ganz Europa und einem ganz neuen Aufführungskonzept erinnern.


Migros-Kulturprozent-Classics ist Teil des gesellschaftlichen Engagements der Migros-Gruppe: 
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