Spielplan

ORCHESTRALER BEFREIUNGSSCHLAG

Werke von Dvořák und Brahms

 
Dvořák tat sich mit seinem Cellokonzert ebenso schwer wie Brahms sich mit seiner 1. Sinfonie. Doch entstanden zwei Höhepunkte des romantischen Repertoires. Unter der Leitung seines charismatischen Dirigenten Andris Nelsons setzt das Gewandhausorchester Leipzig, eines der ältesten und vielbeachtetsten Orchester der Welt, seine Tradition der Exzellenz mit Brahms grandioser 1. Sinfonie fort. Gautier Capuçon, weltbekannter Cellist, begleitet es und spielt das ergreifende Cellokonzert, durchdrungen von slawischer Nostalgie.



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Ich bin fest davon überzeugt, dass Musik Nahrung für unsere Seele ist. Sie kann Leben verändern.
Andris Nelsons

ORCHESTER

GEWANDHAUSORCHESTER LEIPZIG

An musikalischer Tradition können es nur wenige mit dem Gewandhausorchester aufnehmen. Von Leipziger Kaufleuten 1743 ins Leben gerufen, gilt es als ältestes bürgerliches Konzertorchester im deutschsprachigen Raum. Sein Ruf gründet sich vor allem auf die Zeit der Romantik, als Dirigenten wie Mendelssohn, Rietz und Reinecke für zahlreiche Uraufführungen sorgten; Schuberts C-Dur-Sinfonie, Schumanns Erste und Bruckners Siebte erklangen im Gewandhaus zum ersten Mal. Später führten Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Kurt Masur diese Tradition fort. Der Bach-Pflege in der Leipziger Thomaskirche fühlt sich das Orchester ebenso verbunden wie der Kammermusik, etwa durch das bereits 1808 gegründete Gewandhaus-Quartett. Dass man dabei die Gegenwart nicht ausblendet, zeigen Initiativen wie das Demokratie-Wochenende zu Saisonbeginn.


DIRIGENT*IN

ANDRIS NELSONS

Der Lette Andris Nelsons ist auf dem besten Weg, einer der prägenden Gewandhauskapellmeister zu werden: Seit 2018 im Amt, wurde sein Vertrag in Leipzig gerade erst bis 2032 verlängert. Nelsons ist es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen: Mit 24 wurde er Chef der Lettischen Nationaloper Riga, 2008 folgte der Wechsel nach Birmingham, wo er Sakari Oramo als Leiter des CBSO ablöste, sechs Jahre später ging es nach Boston. Mittlerweile stand er am Pult der wichtigsten Orchester weltweit, gastierte mit dem Concertgebouw beim Lucerne Festival und tourte mit den Wiener Philharmonikern durch Asien. Seine CD-Einspielungen mit dem CBSO und führenden deutschen Orchestern errangen zahlreiche Preise. Dabei hat der ehemalige Trompeter nie die Bodenhaftung verloren; er ist, um es mit dem Titel eines Filmporträts zu sagen, «ein Maestro ohne Allüren».


SOLIST*IN

GAUTIER CAPUÇON

Wie sein älterer Bruder Renaud entschied sich Opus Klassik-Preisträger Gautier Capuçon schon früh für eine professionelle Musikerkarriere. Zunächst studierte er am Pariser Konservatorium, um später zur Cello-Legende Heinrich Schiff nach Wien zu wechseln; die Mitgliedschaft im Gustav Mahler Jugendorchester rundete seine Ausbildung ab. Heute zählt Capuçon zu den gefragtesten Cellisten weltweit, mit einem prall gefüllten Terminkalender von Japan bis zu den USA. Innerhalb weniger Jahre spielte er die Konzerte von Dvořák, Prokofjew, Schostakowitsch und Lutosławski ein, dazu Kammermusik von Schubert bis Fauré. Er ist regelmässiger Gast der Konzertreihe «Martha Argerich and friends» in Lugano, arbeitet seit Jahren mit dem Konzerthaus Dortmund zusammen und gründete 2022 seine eigene Stiftung zur Unterstützung begabter Nachwuchsmusiker.


PROGRAMM

ANTONÍN DVOŘÁK: KONZERT FÜR VIOLONCELLO UND ORCHESTER H-MOLL OP. 104

An die Gattung Cellokonzert, die aufgrund der schwierigen Balance zwischen Solo und Orchester als heikel galt, wagten sich im 19. Jahrhundert nicht allzu viele Komponisten. Ein echter Befreiungsschlag glückte Antonín Dvořák 1894/95 mit seinem op. 104, das seither zu den absoluten Lieblingen des Repertoires gehört. Das Werk schöpft die gesanglichen Qualitäten des Soloinstruments ebenso aus wie seine Beweglichkeit und seinen bärbeissigen Humor. Darüber hinaus enthält der langsame Satz einen wehmütigen Gruss an Dvořáks Jugendliebe, die erkrankt war und kurz vor Abschluss der Komposition starb.


JOHANNES BRAHMS: SINFONIE NR. 1 C-MOLL OP. 68

«Wer vermag nach Beethoven noch etwas zu machen?» Dieser Stossseufzer wird Schubert zugeschrieben, könnte aber ebenso gut von Johannes Brahms stammen. Der extrem selbstkritische Komponist scheute lange die direkte Konfrontation mit dem «Riesen» Beethoven, v.a. natürlich auf dem Gebiet der Sinfonie. Mehr als 16 Jahre dauerte es, bis aus ersten Entwürfen ein fertiges Werk wurde. Das aber setzte Massstäbe: mit seinen extremen emotionalen Schwankungen, dem orchestralen Farbenspiel und schliesslich mit dem Durchbruch zum Licht, an dessen entscheidender Stelle ein Schweizer Volkslied erklingt.


Migros-Kulturprozent-Classics ist Teil des gesellschaftlichen Engagements der Migros-Gruppe: 
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