Sehr geehrtes Publikum
In der Saison 2026/27 möchten wir gemeinsam mit Ihnen erneut Meisterwerke der Klassik geniessen und die Welt der Musik auf neuen, spannenden Wegen erkunden. Durch ungewöhnliche Konzertformate wie in den vergangenen Jahren, vor allem aber durch das Überschreiten von Grenzen, das Spiel mit den Genres, den Blick von aussen auf die abendländische Klassik. Deshalb auch der neue visuelle Auftritt unserer Konzertreihe. Das Ganze ergibt sich aus Einzelteilen – aus verschiedenen Blickwinkeln.
Einer, der exemplarisch für einen solchen Perspektivwechsel steht, ist der Geiger Ara Malikian. Armenischstämmig, im Libanon aufgewachsen, ausgebildet in Deutschland und England, hat er ganz unterschiedliche musikalische Traditionen in sich aufgesogen und formt daraus faszinierende Liveauftritte. Sein neuestes Projekt verweist schon im Titel auf den Blick von aussen, der künstlerisch so fruchtbar sein kann: «Intruso» bedeutet Eindringling.
Auch Branford Marsalis hat sich schon immer souverän zwischen stilistischen Welten bewegt. Zusammen mit dem experimentierfreudigen Orpheus Chamber Orchestra spielt er als Schweizer Erstaufführung das Saxofon-Konzert von Jeff Beal, dazu gibt es Orchesterwerke von Ellington und Gershwin. Und noch so ein Beispiel: Peter Bence, der ungarische Klavier-Irrwisch, der mit seinen genreübergreifenden Konzertprogrammen vor allem junge Menschen in seinen Bann zieht. Diesen Künstler, der es mit 765 Anschlägen in einer Minute als «schnellster Pianist der Welt» ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hatte, müssen Sie einmal live erlebt haben!
Ganz bewusst haben wir diesen genreübergreifenden Projekten Konzerte gegenübergestellt, die den Fokus auf einen Komponisten oder eine Epoche legen. Hierzu zählt das Gastspiel des Gewandhausorchesters Leipzig, das zwei zentrale Werke der Romantik präsentiert. Oder Kirill Gersteins Beethoven-Marathon mit gleich drei Klavierkonzerten. Unter den Solistinnen und Solisten ist der junge skandinavische Geiger Johan Dalene zu erwähnen und natürlich Gautier Capuçon, der zwei Mal unser Gast ist, darunter mit einer weiteren Schweizer Erstaufführung, dem neuen Cellokonzert des hochdekorierten Filmkomponisten Max Richter, dessen jüngste Filmmusik für «Hamnet» 2026 für den Oscar nominiert wurde.
Ein letzter Programmschwerpunkt: Werke, die einen ganz besonderen Platz in der Musikgeschichte haben. Die beiden Requiems von Mozart und Britten gehören dazu, dargeboten von den Besten ihrer Zunft, Marc Minkowskis Musiciens du Louvre und dem City of Birmingham Symphony Orchestra. Nicht zuletzt auch Beethovens 9. Sinfonie mit dem Budapest Festival Orchestra und Iván Fischer – begleitet vom Pan-European Chorus, der mehr als 100 Sänger*innen aus ganz Europa für die Ode «An die Freude» vereint.
Geniessen Sie bekannte und neue Werke in all ihren Klangnuancen, gespielt von international herausragenden Musiker*innen.
MIRA SONG
Leiterin, Direktion Gesellschaft & Kultur
Migros-Genossenschafts-Bund
MISCHA DAMEV
Intendant, Migros-Kulturprozent-Classics