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Solist

22. Feb '21

Konzert
22. Feb '21

Timothy Chooi

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Programm

Wer im Köchelverzeichnis die Nummer 196 sucht, findet dort die Oper "La finta giardiniera". Mozart war 18 Jahre alt, als er dieses achte Bühnenwerk, eine Opera buffa, komponierte. Bestellt wurde es vom bayrischen Kurfürsten für den Münchner Fasching. Im Geiste der commedia dell’arte hat Mozart eine zugleich virtuose und charmante Oper in drei Akten ersonnen und ihr eine orchestrale Sinfonia vorangestellt, wie es in der italienischen Oper üblich war. Vielleicht durch den Erfolg der Münchner Erstaufführung am 13. Januar 1775 motiviert, beschloss der Komponist, die Ouverture in eine Sinfonie zu integrieren. Zurück in Salzburg ergänzte er die zweisätzige Opernouverture mit einem dritten Satz. Möglicherweise ist dieser Satz eine ältere Komposition, die Mozart zwei Jahre zuvor in Mailand schrieb. Der schnelle Schlusssatz ist nämlich auf dem gleichen Papier notiert, das er damals benutzte.
Auf den Reisen, die seine Kindheit sehr geprägt haben, trat Mozart sowohl als Violinist als auch als Pianist auf. Gegen 1780 gab er das Geigenspiel zugunsten des Klaviers auf. In Kammermusikformationen spielte er fortan Bratsche. Die fünf Violinkonzerte, 1775 aus einem Guss entstanden, schrieb er wahrscheinlich für den eigenen Gebrauch. Die in Salzburg entstandene Werkreihe nimmt eine besondere Stellung in Mozarts Werk ein. Der Komponist hatte die Gattung des Violinkonzerts bis anhin mit kurzen konzertanten Einlagen in seinen Serenaden und Cassationen nur gestreift. Die fünf Violinkonzerte von 1775 erlaubten es Mozart, seinen Stil in dieser Gattung zu etablieren und die Möglichkeiten des Soloinstruments im Konzert in A-Dur meisterhaft einzusetzen. Der gesamte Kopfsatz beeindruckt durch eine kompositorische Perfektion, die bereits auf das reife Werk hinweist. Der Mittelsatz in Es-Dur, einer von Mozart sehr geschätzten Tonart, besticht durch seine Sinnlichkeit. Zum Abschluss des Konzerts hat Mozart ein langes "Rondeau" ersonnen. Er setzt hier einen "türkischen" Rhythmus ein, den er bereits in seinem Ballett "Le Gelosie del Serraglio" verwandte.
Im Jahre 1873, als die Werke von Dvořák langsam an Bekanntheit gewannen, schrieb der tschechische Musiker für ein Prager Ensemble ein Streichquartett in f-Moll. Wenig begeistert vom Stil dieses Werkes weigerten sich die Musiker, dieses zu spielen. Dvořák zog das Werk daraufhin zurück und es wurde erst 1929, ein Jahr vor der ersten öffentlichen Aufführung, publiziert. Vier Jahre nach dieser Rücknahme beschloss der Komponist, den langsamen Satz aus dem Quartett zu einer Romanze für Klavier und Violine umzuarbeiten. In der vom Komponisten orchestrierten Fassung wurde das Stück Ende 1877 in Prag uraufgeführt. Die Romanze übernimmt das Hauptthema des Quartettsatzes, beginnt jedoch mit einer grosszügigen Einleitung. Die Seitenthemen wurden stark überarbeitet und so orchestriert, dass die Bläser zur Geltung kommen. Trotz der bescheidenen Länge dieser Romanze gehört sie zu den melodischen Höhepunkten in Dvořáks Schaffen.
Das Kompositionsdatum dieser Sinfonie KV 201 ist auf dem Manuskript abgekratzt worden. Man glaubt jedoch darauf die Jahreszahl "1774" zu erkennen. Ein Jahr vor dem Violinkonzert-Zyklus beendet Mozart mit dieser Sinfonie in A-Dur die "Sturm und Drang"-Phase seines Schaffens. Angeregt durch Kontakte mit der Wiener Musikszene, die er auf einer Reise mit seinem Vater kennengelernt hatte, wandte sich Mozart in seinen folgenden Sinfonien einer neuen Ausdrucksweise zu. Die Sinfonie in A-Dur bildet somit den Auftakt seiner Zuwendung zum "Galanten Stil", den Mozart in der Folge liebevoll pflegte. In seiner 29. Sinfonie in A-Dur verlässt der Komponist die dreisätzige Form der italienischen Sinfonia zugunsten einer viersätzigen Struktur. Das Orchester ist klein besetzt, jeweils zwei Hörner und Oboen unterstützen die Streicher. Das Werk beginnt mit einem raffinierten Allegro moderato und besticht durch einen ausgeklügelten Kontrapunkt. Das darauf folgende Andante bleibt ruhig und gelassen, während das Menuetto anschliessend zwei Facetten beleuchtet: Ruckartig im ersten Thema wendet sich die Musik im Trio einer sinnlichen Ebene zu. Im bewegten Schlusssatz in der Form einer wilden Jagd lässt Mozart das Orchester gross aufspielen.

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Biographie

Der kanadische Violinist Timothy Chooi erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. 2018 gewann er den Joseph Joachim Wettbewerb in Hannover, den Schadt Wettbewerb in den Vereinigten Staaten wie auch den Yves Paternot Preis am Verbier Festival. Diese Auszeichnung prämiert den vollkommensten und vielversprechendsten Musiker im Rahmen der Walliser Festival-Akademie. Timothy Chooi studierte in seiner Heimat Kanada und bildete sich am Curtis Institute of Music in Philadelphia weiter ehe er an der New Yorker Juilliard School seine Ausbildung abschloss. Auftritte mit allen grossen kanadischen Orchestern sowie einigen Klangkörpern aus Europa zeugen von seinem Erfolg. Am Gstaad Menuhin Festival wurde er für ein Rezital eingeladen. Regelmässig tritt er mit seinem älteren Bruder Nikki auf, der auch Violine spielt. Das Duo zeichnet sich durch die Originalität seiner Projekte aus, die oft an ungewohnten Orten stattfinden.

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