Interpreten

Solist

20. - 22. Mrz '19

Tournee IV
20. - 22. Mrz '19

Martin Fröst

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm Zürich und Luzern

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 28.11.2018, 27.1.2019, 22.3.2019 und 13.5.2019 in Luzern, 25.10.2018, 27.11.2018, 26.1.2019, 20.3.2019, 9.4.2019 und 26.5.2019 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Stars von morgen
Rolf Liebermann war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Schweizer Musikszene nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Spross der bekannten Berliner Familie Liebermann mit französischem Einschlag mütterlicherseits wuchs in Zürich auf, wo er neben Jura auch Musik am Privatkonservatorium José Berr studierte, als Chanson-Komponist in Kabaretts mitwirkte, bei Wladimir Vogel in die strenge Kompositionslehre nach den Zwölftonregeln ging, Dirigierkurse bei Hermann Scherchen besuchte und gleich nach dem Krieg als Tonmeister beim Schweizer Radio wirkte. Bekannt wurde er auch als erfolgreicher Intendant an der Hamburgischen Staatsoper (1959–73 und 1985–88) wie auch an der Pariser Oper (1973–80). Als Komponist keiner Schublade zuzuordnen, trat er mit spektakulären Werken, wie dem Concerto für Jazzband und Sinfonieorchester sowie dem Stück «Les Echanges» für 156 Büromaschinen für die EXPO 1964 in Lausanne in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Sein knapp zehnminütiges Orchesterstück «Furioso», 1947 bei den Darmstädter Musiktagen unter Hermann Scherchen uraufgeführt, machte den Namen Liebermann erstmals international bekannt. Das in seiner Wildheit kompromisslose Werk weist drei Teile auf, die von einem Rhythmusmuster der Pauken, einem Klavier-Ritornell und einer grossartigen rhythmischen Kontrapunktik des Orchesters belebt werden. Amüsant liest sich nach 70 Jahren die damalige Kritik im Spiegel: «Das ‹Furioso› für Orchester […] ist offenbar nach Nachkriegsschweizer Massstäben konzipiert. Kaum vorstellbar, dass einem untergewichtigen, sparsam ernährten deutschen Notenschreiber ein so vitales, kraftgeladenes Stück heute einfallen könnte. Es ist eine Musik, die aus den Nähten platzt. Ihr wildes Tempo verschlägt dem Zuhörer den Atem. Rasende Sechzehntelgänge versetzen die aus (kaum noch vorhandenen) Leibeskräften blasenden und streichenden Orchestermusiker in Transpiration, und dem zu unaufhörlichem Schlagen verurteilten Pauker werden die Knie weich …» («Der Spiegel», 2. August 1947)
Das Klarinettenkonzert von Mozart zählt zu den absoluten Perlen dieser Gattung. Es entstand kurz vor dessen Tod als allerletztes Solokonzert noch nach Vollendung der «Zauberflöte» für den eng befreundeten Wiener Klarinettisten Anton Stadler. Was die Meisterschaft dieses Konzerts ausmacht, ist der Variantenreichtum und die Fülle von Details, deren Zusammenwirken erst die unverwechselbare Charakteristik dieses weich-sehnsüchtigen, vollendet ausgewogenen Klanges ausmacht. Die Orchesterbesetzung ist ausgesprochen sparsam: Lediglich je zwei Flöten, Fagotte und Hörner treten zum Streichorchester – also keine Oboen, Klarinetten, Trompeten und Pauken. Dies gibt dem Konzert den reizvoll-intimen Charakter.
Gustav Mahler schrieb seinen sinfonischen Erstling ursprünglich als fünfsätzige «Symphonische Dichtung» über einen Zeitraum von vier Jahren von 1884 bis 1888 und führte ihn 1889 selber in Budapest, wo er zu jener Zeit als Operndirektor wirkte, erstmals auf. Er unterzog das Werk daraufhin einer grösseren Revision, strich einen Satz (den «Blumine»-Satz) und editierte das Werk als viersätzige Sinfonie mit dem Untertitel «Titan» nach Jean Pauls gleichnamigem Roman. Wie in den folgenden drei Sinfonien verarbeitete er zeitgleich entstandene Lieder aus «Des Knaben Wunderhorn», weshalb die Sinfonien 1–4 auch «Wunderhorn- Sinfonien» genannt werden. Gemäss eigenen Aussagen wollte Mahler in diesem Werk «einen kraftvoll- heldenhaften Menschen, sein Leben und Leiden, sein Ringen gegen das Geschick und schliesslich den Sieg» schildern. Die Sinfonie beginnt mit einer langsamen Einleitung «wie ein Naturlaut» im Walde, wo das Sonnenlicht durch die Zweige zittert, und der Held schreitet in den Tag hinaus: «Ging heut morgen übers Feld» (so der Titel des Liedes, welches hier verarbeitet wurde). Im zweiten Satz treibt sich der Jüngling schon kräftiger, derber und lebenstüchtiger in der Welt herum, während er im dritten, dem «Bruder- Martin-Satz» (es wird hier das berühmte «Frère-Jacques»-Lied zitiert), schon «ein Haar in der Suppe gefunden hat» und ihm «die Mahlzeit verdorben ist». Mit einem entsetzlichen Aufschrei beginnt der letzte Satz, in welchem der Held mit allem Leid dieser Welt in furchtbarstem Kampfe steht. Der finale Siegerchoral zeigt die siegreiche Überwindung aller Widerwärtigkeiten an.

Programm Genf

Rolf Liebermann war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Schweizer Musikszene nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Spross der bekannten Berliner Familie Liebermann mit französischem Einschlag mütterlicherseits wuchs in Zürich auf, wo er neben Jura auch Musik am Privatkonservatorium José Berr studierte, als Chanson-Komponist in Kabaretts mitwirkte, bei Wladimir Vogel in die strenge Kompositionslehre nach den Zwölftonregeln ging, Dirigierkurse bei Hermann Scherchen besuchte und gleich nach dem Krieg als Tonmeister beim Schweizer Radio wirkte. Bekannt wurde er auch als erfolgreicher Intendant an der Hamburgischen Staatsoper (1959–73 und 1985–88) wie auch an der Pariser Oper (1973–80). Als Komponist keiner Schublade zuzuordnen, trat er mit spektakulären Werken, wie dem Concerto für Jazzband und Sinfonieorchester sowie dem Stück «Les Echanges» für 156 Büromaschinen für die EXPO 1964 in Lausanne in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Sein knapp zehnminütiges Orchesterstück «Furioso», 1947 bei den Darmstädter Musiktagen unter Hermann Scherchen uraufgeführt, machte den Namen Liebermann erstmals international bekannt. Das in seiner Wildheit kompromisslose Werk weist drei Teile auf, die von einem Rhythmusmuster der Pauken, einem Klavier-Ritornell und einer grossartigen rhythmischen Kontrapunktik des Orchesters belebt werden. Amüsant liest sich nach 70 Jahren die damalige Kritik im Spiegel: «Das ‹Furioso› für Orchester […] ist offenbar nach Nachkriegsschweizer Massstäben konzipiert. Kaum vorstellbar, dass einem untergewichtigen, sparsam ernährten deutschen Notenschreiber ein so vitales, kraftgeladenes Stück heute einfallen könnte. Es ist eine Musik, die aus den Nähten platzt. Ihr wildes Tempo verschlägt dem Zuhörer den Atem. Rasende Sechzehntelgänge versetzen die aus (kaum noch vorhandenen) Leibeskräften blasenden und streichenden Orchestermusiker in Transpiration, und dem zu unaufhörlichem Schlagen verurteilten Pauker werden die Knie weich …» («Der Spiegel», 2. August 1947)
Das Klarinettenkonzert von Mozart zählt zu den absoluten Perlen dieser Gattung. Es entstand kurz vor dessen Tod als allerletztes Solokonzert noch nach Vollendung der «Zauberflöte» für den eng befreundeten Wiener Klarinettisten Anton Stadler. Was die Meisterschaft dieses Konzerts ausmacht, ist der Variantenreichtum und die Fülle von Details, deren Zusammenwirken erst die unverwechselbare Charakteristik dieses weich-sehnsüchtigen, vollendet ausgewogenen Klanges ausmacht. Die Orchesterbesetzung ist ausgesprochen sparsam: Lediglich je zwei Flöten, Fagotte und Hörner treten zum Streichorchester – also keine Oboen, Klarinetten, Trompeten und Pauken. Dies gibt dem Konzert den reizvoll-intimen Charakter.
Gustav Mahler schrieb seinen sinfonischen Erstling ursprünglich als fünfsätzige «Symphonische Dichtung» über einen Zeitraum von vier Jahren von 1884 bis 1888 und führte ihn 1889 selber in Budapest, wo er zu jener Zeit als Operndirektor wirkte, erstmals auf. Er unterzog das Werk daraufhin einer grösseren Revision, strich einen Satz (den «Blumine»-Satz) und editierte das Werk als viersätzige Sinfonie mit dem Untertitel «Titan» nach Jean Pauls gleichnamigem Roman. Wie in den folgenden drei Sinfonien verarbeitete er zeitgleich entstandene Lieder aus «Des Knaben Wunderhorn», weshalb die Sinfonien 1–4 auch «Wunderhorn- Sinfonien» genannt werden. Gemäss eigenen Aussagen wollte Mahler in diesem Werk «einen kraftvoll- heldenhaften Menschen, sein Leben und Leiden, sein Ringen gegen das Geschick und schliesslich den Sieg» schildern. Die Sinfonie beginnt mit einer langsamen Einleitung «wie ein Naturlaut» im Walde, wo das Sonnenlicht durch die Zweige zittert, und der Held schreitet in den Tag hinaus: «Ging heut morgen übers Feld» (so der Titel des Liedes, welches hier verarbeitet wurde). Im zweiten Satz treibt sich der Jüngling schon kräftiger, derber und lebenstüchtiger in der Welt herum, während er im dritten, dem «Bruder- Martin-Satz» (es wird hier das berühmte «Frère-Jacques»-Lied zitiert), schon «ein Haar in der Suppe gefunden hat» und ihm «die Mahlzeit verdorben ist». Mit einem entsetzlichen Aufschrei beginnt der letzte Satz, in welchem der Held mit allem Leid dieser Welt in furchtbarstem Kampfe steht. Der finale Siegerchoral zeigt die siegreiche Überwindung aller Widerwärtigkeiten an.

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Biographie

Der schwedische Klarinettist Martin Fröst, Träger des Léonie-Sonning-Musikpreises 2014 und ECHO-Klassik-Preisträger 2016, gilt heute als einer der besten Klarinettisten weltweit, nicht nur als Solist und Kammermusiker, sondern auch als Klezmer- und Jazzklarinettist. Ohnehin will er musikalische Etiketten hinter sich lassen und Tanz und Theater enger mit der Musik verflechten. Eine steile Karriere führte ihn zur Zusammenarbeit mit so bedeutenden Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem New York Philharmonic, dem Orchestre National de France, der Academy of St. Martin in the Fields und dem NHK Symphony Orchestra Tokyo. Als Kammermusikpartner tritt er regelmässig mit führenden internationalen Grössen auf, wie Sol Gabetta, Janine Jansen und Yuja Wang. Mit dem auf mehrere Jahre hinaus geplanten eigenen Projekt «Genesis» erforscht er Quellen und Entwicklungen von Musik, die ihre Wurzeln in der Volksmusik und in heiligen Riten hat.

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