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Solist

5. Dez '20

Konzert
5. Dez '20

Lorenzo Coppola

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Programm

Mozart war eng befreundet mit Anton Stadler, einem Mitglied der Freimaurerloge des Komponisten. Stadler war zudem Klarinettist im Orchester des Wiener Burgtheaters. Gegen Ende seines Lebens widmete Mozart diesem Virtuosen, der wesentlich zur Entwicklung seines Instruments beitrug, mehrere Kompositionen. Nach zwei Kammermusikwerken - dem "Kegelstatt-Trio" KV 498 und dem Klarinettenquintett KV 581 - und einer zentralen Rolle in der Orchesterpartitur seiner Oper "La clemenza di Tito" schrieb Mozart kurz vor seinem Tod sein letztes konzertantes Werk ebenfalls für Stadler. Dazu liess der Komponist das vom Graf Walsegg in Auftrag gegebene Requiem zur Seite und nahm die Arbeit an einem Konzert für Bassetthorn wieder auf, das er bereits 1789 skizziert hatte. Das Konzert KV 622 war wahrscheinlich für eine von Stadler selbst gebaute Bassettklarinette komponiert, was Mozart erlaubte, vier zusätzliche Noten
in der tiefen Lage hinzuzufügen. Da der Widmungsträger das Manuskript später verlor (oder verkaufte?), war es nicht mehr möglich, genau zu bestimmen, wo der Komponist diese zusätzlichen Noten einsetzte. Nach Mozarts Tod wurde die Verwendung der "Standard"-Klarinette zur Norm, so dass die Interpreten die tiefsten Töne eine Oktave höher spielten. Während des gesamten Konzerts bringt Mozart die klangliche Fülle und die melodische Geschmeidigkeit des Soloinstruments zur Geltung und kombiniert seine perfekte Beherrschung des konzertanten Schreibens mit seiner vollendeten Kunst der Kammermusik. Es ist mehr als nur ein instrumentales Meisterwerk. Es ist eine wahre Hymne an die universelle Brüderlichkeit, die Mozart durch sein letztes Werk im sinfonischen Register ausdrückte. Das Werk wurde erst zehn Jahre nach Mozarts Tod veröffentlicht.
Die zweite der beiden in C-Dur geschriebenen Sinfonien Schuberts (die "Grosse" genannt im Gegensatz zur "kleinen" 6. Sinfonie von 1818) ist das letzte sinfonische Werk des Wiener Komponisten. Es handelt sich jedoch nicht um ein Spätwerk, trotz der Datierung "März 1828" am Anfang des Manuskripts. Die 9. Sinfonie ist in Wirklichkeit die 1825 während eines Sommeraufenthalts in Gmunden (Oberösterreich) entstandene Komposition, auf die Schubert in seiner Korrespondenz mehrmals anspielte, von der man aber annahm, dass sie nicht erhalten sei. Das Manuskript befand sich anfänglich unter den Dokumenten, die Ferdinand Schubert nach dem Tod seines Bruders aufbewahrte. In diesem kostbaren Nachlass fand Schumann die Sinfonie in C-Dur, die noch nie öffentlich aufgeführt worden war, da das Werk dem Orchester des Wiener Musikvereins zu lang und zu schwer spielbar erschien! Dank Schumann wurde die Sinfonie schliesslich am 21. März 1839 durch das Gewandhausorchester unter der Leitung von Mendelssohn in Leipzig erstmals öffentlich aufgeführt (wenn auch mit einigen Kürzungen!). Im begeisterten Artikel, den Schumann dem Werk nach Veröffentlichung bei Breitkopf & Härtel im Jahre 1840 widmete, hob er die "göttlichen Längen" dieser durch ihre Originalität bestechenden Sinfonie hervor. Sie stellt den Höhepunkt von Schuberts Bemühungen im sinfonischen Bereich dar, eine Form, mit der er sich lange Zeit schwergetan hatte. Der Komponist selbst war sehr zufrieden mit dieser letzten Sinfonie in C-Dur, einer Tonart, die in Schuberts Werk einer optimistischen Weltsicht entspricht. "Wie erlabt dies, dies Gefühl von Reichthum überall» bestätigte Schumann in seinem Text, den er dieser "grossen" Symphonie D. 944 widmete. 944

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Biographie

Seine Liebe zur Klarinette öffnete ihm den Weg zur Leidenschaft für Alte Musik. Lorenzo Coppola studierte zunächst moderne Klarinette in seiner Heimatstadt Rom, bevor er bei Eric Hoeprich am Königlichen Konservatorium in Den Haag die Praxis der historische Klarinette erlernte. 1991 liess er sich in Paris nieder und begann mit Ensembles zu spielen, die sich auf die Aufführung auf historischen Instrumenten spezialisieren, wie Les Arts Florissants, La Petite Bande, L’Orchestre du XVIIIe siècle, La Grande Ecurie et la Chambre du Roy. Dank seiner Zusammenarbeit mit dem Freiburger Barockorchester wurde er zur Leitung von Workshops zur Musikinterpretation in historischer Perspektive und zur Orchesterpraxis ohne Dirigenten eingeladen. Lorenzo Coppola spielt Kammermusik unter anderem mit Musikern wie Andreas Staier, Isabelle Faust, Alexander Melnikov sowie Streichquartetten (Kuijken und Terpsycordes). Seit 2004 unterrichtet er historische Klarinette in Barcelona.

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