Interpreten

Solist

8. - 9. Apr '19

Tournee V
8. - 9. Apr '19

Leonidas Kavakos

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm Genf

Mozart war bekanntlich auch ein ausgezeichneter Geiger. Davon zeugen seine insgesamt fünf Violinkonzerte, die er als Neunzehnjähriger sozusagen in einem Zug innerhalb des Jahres 1775 komponierte. Er war zu dieser Zeit am erzbischöflichen Hof in Salzburg als Konzertmeister tätig. Die fünf Konzerte blieben Mozarts einzige Beiträge zu dieser Gattung. Sein Instrument war vorrangig das Klavier. Dennoch bilden sie in der Entwicklung der Gattung nach Johann Sebastian Bachs Violinkonzerten einen neuen Höhepunkt. In ihnen hat Mozart alles zusammengefasst, was er an Entwicklung in Deutschland, Frankreich und Italien aufgenommen hatte. Während die beiden ersten Violinkonzerte Mozarts noch sehr konventionell daherkommen und das Orchester sich rein auf Begleitaufgaben beschränkt, treten im Violinkonzert Nr. 3 KV 216 Violine und Orchester viel mehr in einen Dialog. Der langsame Satz ist von einer besonderen Tiefe des Ausdrucks gezeichnet und der Schlusssatz höchst originell und voller Überraschungen.
Othmar Schoeck zählt zu den bedeutendsten Schweizer Komponisten. Seine Weigerung, den Entwicklungen der Musik ab den 1920er- Jahren – u. a. der Atonalität – zu folgen und eher der romantischen Kunstauffassung anzuhängen, führte zum Erfolg, erschwerte ihm allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg die internationale Anerkennung. Das pastorale Intermezzo «Sommernacht» für Streichorchester folgt dieser Ästhetik. Es entstand bei Kriegsende 1945 im Auftrag der Bernischen Musikgesellschaft, die das Werk auch am 17. Dezember 1945 uraufführte. Die Komposition folgt dem Gedicht «Sommernacht» von Gottfried Keller, in welchem von einem alten Brauch erzählt wird, demzufolge die jungen Männer eines Dorfes das Getreide von Witwen einbringen, die sich eine Hilfe für die Feldarbeit nicht leisten können. Das Kommen und Gehen der Landsleute erlaubt Schoeck, die Geschichte in einer dreiteiligen Form zu erzählen. Kellers Wortbilder («der Glühwurm schimmert», «ein nächtlich Silberblinken von Sicheln») werden bei Schoeck zu eigentlichen Hörerlebnissen (Vogelrufe, Harmonikaklänge).
Mit der «Sinfonia eroica» komponierte Ludwig van Beethoven im Jahre 1803 ein Schlüsselwerk der Musikgeschichte. Ein völlig neuartiger, vehement emotionaler, pathetisch beschwörender Ausdruck prägt diese Sinfonie, die mit der klassischen Sinfonie Haydns und Mozarts bricht, ohne jedoch die Grundform der Sinfonie aufzugeben. Dieses Werk ergreift Partei für die Freiheitsideale der Französischen Revolution, und Beethoven wollte sie bekanntlich Napoleon, dem Hoffnungsträger der europäischen Intelligenz, widmen. Nachdem sich Napoleon aber 1804 zum Kaiser krönen liess, zerriss Beethoven die Titelseite des Manuskripts, und im Erstdruck erschien nur noch der Vermerk: «Zur Feier des Andenkens an einen grossen Menschen (Sinfonia eroica composta per festigiare il Souvenire di un gran’Uomo)». Seither wird immer wieder gerätselt, wer mit diesem «gran’Uomo» gemeint war. Zitate in der Sinfonie aus dem 1801 komponierten Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» weisen auf den Titanen Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte. Prometheus war für viele Intellektuelle jener Zeit Symbolfigur für die zukünftige freie, aufgeklärte Gesellschaft.

Programm Zürich

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 28.11.2018, 27.1.2019, 22.3.2019 und 13.5.2019 in Luzern, 25.10.2018, 27.11.2018, 26.1.2019, 20.3.2019, 9.4.2019 und 26.5.2019 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Stars von morgen
Mozart war bekanntlich auch ein ausgezeichneter Geiger. Davon zeugen seine insgesamt fünf Violinkonzerte, die er als Neunzehnjähriger sozusagen in einem Zug innerhalb des Jahres 1775 komponierte. Er war zu dieser Zeit am erzbischöflichen Hof in Salzburg als Konzertmeister tätig. Die fünf Konzerte blieben Mozarts einzige Beiträge zu dieser Gattung. Sein Instrument war vorrangig das Klavier. Dennoch bilden sie in der Entwicklung der Gattung nach Johann Sebastian Bachs Violinkonzerten einen neuen Höhepunkt. In ihnen hat Mozart alles zusammengefasst, was er an Entwicklung in Deutschland, Frankreich und Italien aufgenommen hatte. Während die beiden ersten Violinkonzerte Mozarts noch sehr konventionell daherkommen und das Orchester sich rein auf Begleitaufgaben beschränkt, treten im Violinkonzert Nr. 3 KV 216 Violine und Orchester viel mehr in einen Dialog. Der langsame Satz ist von einer besonderen Tiefe des Ausdrucks gezeichnet und der Schlusssatz höchst originell und voller Überraschungen.
Othmar Schoeck zählt zu den bedeutendsten Schweizer Komponisten. Seine Weigerung, den Entwicklungen der Musik ab den 1920er- Jahren – u. a. der Atonalität – zu folgen und eher der romantischen Kunstauffassung anzuhängen, führte zum Erfolg, erschwerte ihm allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg die internationale Anerkennung. Das pastorale Intermezzo «Sommernacht» für Streichorchester folgt dieser Ästhetik. Es entstand bei Kriegsende 1945 im Auftrag der Bernischen Musikgesellschaft, die das Werk auch am 17. Dezember 1945 uraufführte. Die Komposition folgt dem Gedicht «Sommernacht» von Gottfried Keller, in welchem von einem alten Brauch erzählt wird, demzufolge die jungen Männer eines Dorfes das Getreide von Witwen einbringen, die sich eine Hilfe für die Feldarbeit nicht leisten können. Das Kommen und Gehen der Landsleute erlaubt Schoeck, die Geschichte in einer dreiteiligen Form zu erzählen. Kellers Wortbilder («der Glühwurm schimmert», «ein nächtlich Silberblinken von Sicheln») werden bei Schoeck zu eigentlichen Hörerlebnissen (Vogelrufe, Harmonikaklänge).
Mit der «Sinfonia eroica» komponierte Ludwig van Beethoven im Jahre 1803 ein Schlüsselwerk der Musikgeschichte. Ein völlig neuartiger, vehement emotionaler, pathetisch beschwörender Ausdruck prägt diese Sinfonie, die mit der klassischen Sinfonie Haydns und Mozarts bricht, ohne jedoch die Grundform der Sinfonie aufzugeben. Dieses Werk ergreift Partei für die Freiheitsideale der Französischen Revolution, und Beethoven wollte sie bekanntlich Napoleon, dem Hoffnungsträger der europäischen Intelligenz, widmen. Nachdem sich Napoleon aber 1804 zum Kaiser krönen liess, zerriss Beethoven die Titelseite des Manuskripts, und im Erstdruck erschien nur noch der Vermerk: «Zur Feier des Andenkens an einen grossen Menschen (Sinfonia eroica composta per festigiare il Souvenire di un gran’Uomo)». Seither wird immer wieder gerätselt, wer mit diesem «gran’Uomo» gemeint war. Zitate in der Sinfonie aus dem 1801 komponierten Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» weisen auf den Titanen Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte. Prometheus war für viele Intellektuelle jener Zeit Symbolfigur für die zukünftige freie, aufgeklärte Gesellschaft.

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Biographie

Im hochglanzpolierten Musikgeschäft von heute ist Leonidas Kavakos eine Ausnahmeerscheinung: uneitel, keiner Mode unterworfen, nur seinem eigenen künstlerischen Ethos verpflichtet. Im Mittelpunkt steht bei ihm einzig und allein das Werk, gemäss dem Motto «Kunst ist, die Seele zu bilden. » Eine solch exklusive Position überzeugt natürlich nur, wenn sie auf Qualität fusst. Und da hat der 1967 in Athen geborene Kavakos mehr zu bieten als die meisten seiner Zunft: den spektakulären Sieg im Sibelius-Wettbewerb 1985, dem drei Jahre später Triumphe in New York und Genua folgten; hochgelobte Einspielungen, darunter die beiden Fassungen des Sibelius-Konzerts; 2012/13 Artist in Residence der Berliner Philharmoniker; 2014 Gramophone Artist of the Year; Auszeichnungen vom ECHO Klassik bis zum Gramophone Concert Award. Kavakos ist auch als Kammermusiker und Dirigent tätig: Für einige Jahre leitete er die Camerata Salzburg und begründete in Athen ein eigenes Klassikfestival.

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