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31. Mai '18

Extrakonzert II
31. Mai '18

Sächsische Staatskapelle Dresden

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Konzertprogramm Luzern

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 22.10.2017, 30.11.2017, 23.1.2018 und 31.5.2018 in Luzern, 24.10.2017, 24.3.2018 und 9.6.2018 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Solistinnen und Solisten von morgen

Als deutscher „Nationalkomponist“ wurde Carl Maria von Weber im 19. Jahrhundert bezeichnet – sein letztes Werk aber ist englischsprachig. 1824 bekam er den Auftrag, ein Stück für das Königliche Opernhaus in London zu komponieren. Obwohl gesundheitlich schwer beeinträchtigt, nahm Weber den Auftrag an. „Ich erwerbe in England ein gut Stück Geld“, schrieb er einem Freund, „das bin ich meiner Familie schuldig, aber ich weiss sehr gut – ich gehe nach London, um da – zu sterben.“ Die Premiere von „Oberon“ im April 1826 konnte er noch persönlich leiten; acht Wochen später starb er an Tuberkulose.

Inhaltlich stellt der „Oberon“ eine Mischung aus Wielands gleichnamigem Versepos und Shakespeare-Motiven dar. Sir Huon, ein junger Ritter, muss sich unter den Augen des Elfenkönigs Oberon im Orient bewähren, was ihm mit Hilfe eines magischen Horns gelingt. Ein romantisches Sujet par excellence also, bei dem sich märchenhafte, ritterliche und orientalische Sphären durchdringen. Andererseits musste Weber auf spezielle Londoner Bedürfnisse eingehen, die seinem dramatischen Empfinden widersprachen; zudem erhielt er das Libretto in Raten. Frei von solchen Beschränkungen ist die Ouvertüre, in der Weber insgesamt sieben zentrale Themen der Oper aufgreift. Wie in anderen Vorspielen nutzt er die Sonatensatzform, um inhaltliche Konflikte, aber auch das glückliche Ende musikalisch vorwegzunehmen. Und die langsame Einleitung mit dem Hornruf Huons, dem Elfengetrippel und ritterlichen Gesten ist Klangzauber pur.
Adagio sostenuto assai
Allegro agitato assai
Allegro moderato
Allegro deciso
Marziale un poco meno allegro
Allegro animato – Stretto


Als „symphonisches Konzert“ wollte Franz Liszt sein Klavierkonzert in A-Dur verstanden wissen. Dahinter verbirgt sich nicht nur der Anspruch, den Solopart trotz aller Virtuosität stets ins orchestrale Ganze zu integrieren. Liszt übertrug zudem Ideen, wie er sie im Rahmen seiner Sinfonischen Dichtungen entwickelt hatte, auf die Gattung des Solokonzerts: Zentrale thematische Gedanken werden ständig weiterentwickelt und führen so zu Stimmungswechseln; die einzelnen Abschnitte gehen dabei fliessend ineinander über.

Tatsächlich besteht das A-Dur-Konzert aus einem einzigen grossen Satz, der in sich mehrfach gegliedert ist. Das zu Beginn von den Holzbläsern vorgestellte Thema dient als roter Faden, als Erfindungskern, der je nach Umgebung in neuer Gestalt erscheint. So entspinnt sich im Mittelteil des Konzerts ein zarter Dialog zwischen Solocello und Klavier über dieses Thema, während es gegen Ende des Stücks, als Krönung der Entwicklung, zum Triumphmarsch wird.

Für ein solches Konzept gab es im Bereich der Instrumentalmusik kaum Vorbilder; zu nennen wäre Schuberts „Wanderer-Fantasie“, die Liszt 1851 in ein orchestrales Gewand kleidete. Zu diesem Zeitpunkt lag sein eigenes Konzert längst vor – begonnen hatte er es im Jahr 1830. Aber erst nach mehreren Umarbeitungen, die sich sogar noch über die Uraufführung 1857 hinaus erstreckten, wurde es in der vorliegenden Fassung veröffentlicht. Sinfonischer Anspruch und solistische Brillanz waren eben nicht ohne weiteres in Einklang zu bringen.
Allegro non troppo
Andante moderato
Allegro giocoso – Poco meno presto – Tempo I
Allegro energico e passionato – Più Allegro


Mit dem hart erkämpften Erfolg seiner 1. Sinfonie hatte sich Johannes Brahms im zarten Alter von 43 Jahren als Sinfoniker endlich „freigeschwommen“. Sämtliche weiteren Werke gingen ihm leichter von der Hand: die direkt im Anschluss komponierte Zweite ebenso wie das Werkpaar von 1883/85, die Sinfonien Nr. 3 und 4. Auch die Vierte erfreute sich grosser Beliebtheit beim Publikum, allerdings mit einiger Verzögerung. An ihren rauen, bisweilen archaischen Ton musste sich die Hörerschaft offenbar erst gewöhnen.

Dieser Eindruck des Archaischen speist sich aus der Verwendung kirchentonaler Wendungen im 2. Satz, v.a. aber aus der Gestaltung des Finales als Chaconne: Eine achttaktige Melodiefloskel, die auf einen Bach-Choral zurückgeht, durchläuft in insgesamt 30 Variationen eine Ausdruckspalette von bedrohlich über zärtlich bis majestätisch. Lyrisches Aussingen, wie man es von einem romantischen Orchesterwerk hätte erwarten dürfen, findet hier nur ausnahmsweise statt.

Das ist zu Beginn der Sinfonie noch anders, wenn die Geigen mit einer getragenen Sehnsuchtsmelodie anheben, die scheinbar aus dem Nichts kommt. Und doch ist bereits hier Brahms, der Konstrukteur, am Werk, denn das Intervall der Terz, das dieser Melodie zugrunde liegt, prägt den weiteren Verlauf der Sinfonie entscheidend. Im 1. Satz beherrscht es die Entwicklung, kehrt in den Folgesätzen sporadisch wieder, und wenn im Finale das düstere Chaconne-Thema erklingt, besteht auch hier die Basslinie aus einer wuchtigen Terzenkette.

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Biographie

Sie bezeichnet sich als „eines der ältesten Orchester der Welt“: die 1548 unter Kurfürst Moritz gegründete Sächsische Staatskapelle Dresden. Unter ihren Leitern finden sich so klangvolle Namen wie Heinrich Schütz, Johann Adolph Hasse, Carl Maria von Weber sowie aus neuerer Zeit Karl Böhm, Kurt Sanderling und Bernhard Haitink. Prägend war zudem die Ära Sinopoli, die durch den Tod des Dirigenten 2001 allerdings ein jähes Ende fand. Regelmässig wird die Staatskapelle zu den besten Orchestern der Welt gezählt; schon Richard Wagner nannte sie eine „Wunderharfe“. Traditionell ist das Ensemble, das im Laufe seiner Geschichte einen ganz eigenen Klang entwickelt hat, sowohl im Konzert- als auch im Opernbereich tätig. Tourneen in die USA, nach Asien und in den arabischen Raum runden das Erscheinungsbild der Staatskapelle ab. 2013 gelang ein besonderer Coup, als man in Nachfolge der Berliner Philharmoniker Residenzorchester der Salzburger Osterfestspiele wurde.

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