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Orchester

30. Nov - 2. Dez '17

Tournee III
30. Nov - 2. Dez '17

Russisches Nationalorchester

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Konzertprogramm Luzern

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 22.10.2017, 30.11.2017, 23.1.2018 und 31.5.2018 in Luzern, 24.10.2017, 24.3.2018 und 9.6.2018 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Solistinnen und Solisten von morgen

An Superlativen mangelt es nicht, wenn von Sergei Rachmaninows 3. Klavierkonzert die Rede ist. Ein „Elefantenkonzert“ nannte es Artur Horowitz einmal; angeblich ist es das Konzert mit den meisten Noten pro Sekunde. Und als 1996 ein Film über die anrührende Geschichte des Pianisten David Helfgott erschien, der an dem Werk schier zerbrach, war das d-Moll-Konzert endgültig zur Legende geworden.

Tatsächlich bildet Rachmaninows op. 30 den Abschluss und Höhepunkt jener Virtuosenkonzerte, die das 19. Jahrhundert in so reichem Mass hervorbrachte. Dass es im Gegensatz zu vielen anderen bis heute seine Frische bewahrt hat, liegt schlicht an seiner kompositorischen Qualität. Denn Virtuosität, mag sie noch so aberwitzig daherkommen, ist bei Rachmaninow stets musikalische Notwendigkeit, sie wurzelt in einfachsten Motiven wie dem berühmten Eingangsthema à la russe, das den Solisten zu immer wilder wuchernden Varianten und Metamorphosen anstachelt.

Auch im elegischen 2. und marschartigen 3. Satz bilden die pianistischen Kraftorgien und verzweifelten Ausbrüche nur die eine Seite des emotionalen Spektrums. Auf der anderen steht das leise in sich Hineinhören, ein Sammeln und Zurücknehmen, das für Rachmaninow ebenso charakteristisch ist wie das Bühnenspektakel. Dabei gelingen ihm immer wieder hinreissende Momente, etwa wenn im 1. Satz mitten im Gewaltakt der Klavierkadenz die Flöte das melancholische Hauptthema über flirrenden Arpeggien des Solisten haucht. Mit op. 30 stellte sich Rachmaninow 1909 in den USA als Komponist und Pianist vor.
Alexander Skrjabin begann seine kompositorische Tätigkeit wie so viele seiner Zeitgenossen in der Nachfolge Chopins und Liszts, um sich aber bald als bedeutender Neuerer zu erweisen. Eine Art Scharnierposition nimmt in dieser Entwicklung die 2. Sinfonie ein. Komponiert im Sommer/Herbst 1901, gelangte sie im Januar 1902 in St. Petersburg zur Uraufführung. Das Publikum reagierte weitgehend mit Unverständnis; selbst der Premierendirigent Ljadow, ein anerkannter Komponist, meinte: „Der Teufel weiss, was das ist!“

Probleme bereitete vor allem Skrjabins avancierte Harmonik, die sich in der Nachfolge Wagners zunehmend vom traditionellen Dur-Moll-System löst. Formal dagegen knüpft die Sinfonie sehr wohl an das klassisch-romantische Modell an. Die herkömmliche Viersätzigkeit ist klar erkennbar, wobei die langsame Einleitung grösseres Gewicht erhält und einen zusätzlichen eigenen Satz ausbildet. Ihre Bedeutung erwächst aus einem Leitthema, das in den Sätzen 2 und 4 andeutungsweise wiederkehrt, bevor es im Finale zur triumphalen Geste gesteigert wird.

Insgesamt also ein Weg vom Dunkel ins Licht oder, wie es hier angemessener wäre, vom Kampf zum Sieg. Die Sätze 1 und 2 sowie 4 und 5, jeweils pausenlos ineinander übergehend, verwirklichen dieses Konzept: In beiden Fällen findet ein Umschlag statt, einmal von der Lähmung zum Aufbegehren, im anderen Fall vom offenen Konflikt zum finalen Triumph. Als unabhängig davon erweist sich der zentrale 3. Satz, eine Naturidylle, die denn auch als einzige ohne das Leitthema auskommt.

Konzertprogramm Genf

An Superlativen mangelt es nicht, wenn von Sergei Rachmaninows 3. Klavierkonzert die Rede ist. Ein „Elefantenkonzert“ nannte es Artur Horowitz einmal; angeblich ist es das Konzert mit den meisten Noten pro Sekunde. Und als 1996 ein Film über die anrührende Geschichte des Pianisten David Helfgott erschien, der an dem Werk schier zerbrach, war das d-Moll-Konzert endgültig zur Legende geworden.

Tatsächlich bildet Rachmaninows op. 30 den Abschluss und Höhepunkt jener Virtuosenkonzerte, die das 19. Jahrhundert in so reichem Mass hervorbrachte. Dass es im Gegensatz zu vielen anderen bis heute seine Frische bewahrt hat, liegt schlicht an seiner kompositorischen Qualität. Denn Virtuosität, mag sie noch so aberwitzig daherkommen, ist bei Rachmaninow stets musikalische Notwendigkeit, sie wurzelt in einfachsten Motiven wie dem berühmten Eingangsthema à la russe, das den Solisten zu immer wilder wuchernden Varianten und Metamorphosen anstachelt.

Auch im elegischen 2. und marschartigen 3. Satz bilden die pianistischen Kraftorgien und verzweifelten Ausbrüche nur die eine Seite des emotionalen Spektrums. Auf der anderen steht das leise in sich Hineinhören, ein Sammeln und Zurücknehmen, das für Rachmaninow ebenso charakteristisch ist wie das Bühnenspektakel. Dabei gelingen ihm immer wieder hinreissende Momente, etwa wenn im 1. Satz mitten im Gewaltakt der Klavierkadenz die Flöte das melancholische Hauptthema über flirrenden Arpeggien des Solisten haucht. Mit op. 30 stellte sich Rachmaninow 1909 in den USA als Komponist und Pianist vor.
Alexander Skrjabin begann seine kompositorische Tätigkeit wie so viele seiner Zeitgenossen in der Nachfolge Chopins und Liszts, um sich aber bald als bedeutender Neuerer zu erweisen. Eine Art Scharnierposition nimmt in dieser Entwicklung die 2. Sinfonie ein. Komponiert im Sommer/Herbst 1901, gelangte sie im Januar 1902 in St. Petersburg zur Uraufführung. Das Publikum reagierte weitgehend mit Unverständnis; selbst der Premierendirigent Ljadow, ein anerkannter Komponist, meinte: „Der Teufel weiss, was das ist!“

Probleme bereitete vor allem Skrjabins avancierte Harmonik, die sich in der Nachfolge Wagners zunehmend vom traditionellen Dur-Moll-System löst. Formal dagegen knüpft die Sinfonie sehr wohl an das klassisch-romantische Modell an. Die herkömmliche Viersätzigkeit ist klar erkennbar, wobei die langsame Einleitung grösseres Gewicht erhält und einen zusätzlichen eigenen Satz ausbildet. Ihre Bedeutung erwächst aus einem Leitthema, das in den Sätzen 2 und 4 andeutungsweise wiederkehrt, bevor es im Finale zur triumphalen Geste gesteigert wird.

Insgesamt also ein Weg vom Dunkel ins Licht oder, wie es hier angemessener wäre, vom Kampf zum Sieg. Die Sätze 1 und 2 sowie 4 und 5, jeweils pausenlos ineinander übergehend, verwirklichen dieses Konzept: In beiden Fällen findet ein Umschlag statt, einmal von der Lähmung zum Aufbegehren, im anderen Fall vom offenen Konflikt zum finalen Triumph. Als unabhängig davon erweist sich der zentrale 3. Satz, eine Naturidylle, die denn auch als einzige ohne das Leitthema auskommt.

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Biographie

Unter den zahlreichen Spitzenorchestern Russlands ist das Russische Nationalorchester eines der jüngsten. Gegründet 1990, steht es gleichsam für den Aufbruch in eine neue künstlerische Ära nach Glasnost und Perestroika. Nicht zufällig war es das erste Sinfonieorchester seines Landes, das im Vatikan und in Israel konzertierte. Wie sehr sich das Ensemble gleichzeitig der Tradition verpflichtet sieht, belegt nicht nur sein Name, sondern auch seine Debüt-CD mit Tschaikowskis „Pathétique“. 2004 wurde das Orchester mit einem Grammy ausgezeichnet, zudem gab es etliche Ehrungen durch das britische Gramophone Magazin. Gern gesehener Gast in Gstaad, Schleswig-Holstein und im Rheingau, hält das Russische Nationalorchester seit 2009 alljährlich im September auch sein eigenes Musikfestival im heimischen Moskau ab. Als Chefdirigent fungiert von Beginn an der Gründer des Orchesters, Mikhail Pletnev.

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