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Orchester

30. Okt '18

Konzert I
30. Okt '18

Orchestre Révolutionnaire et Romantique/Monteverdi Choir

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm

Giuseppe Verdis musikalische Totenmesse gehört zu den ganz grossen kirchenmusikalischen Werken, die im 19. Jahrhundert im Nachgang zu Beethovens «Missa solemnis» eher für den Konzertsaal denn für die Kirche entstanden und Sinnbild für die während der Romantik sich ausbreitende säkularisierte Religiosität sind. Auch Giuseppe Verdi war nicht streng gläubig im Sinne der katholischen Kirche und hatte bis dahin, abgesehen von einem Tantum ergo in ganz frühen Jahren, kein kirchenmusikalisches Werk komponiert. Er setzte sich dennoch intensiv mit der Glaubensfrage auseinander. Grundsätzlich eher Agnostiker besuchte er gegen Ende seines Lebens vermehrt die Messe und liess in seinem Altersheim für Musiker in Mailand wie auch auf seinem Gut Sant’Agata Kapellen bauen. In einigen Opern Verdis gibt es kirchliche Szenen. Äusserer Anlass zur Komposition eines eigentlichen kirchenmusikalischen Werkes war der Tod Gioacchino Rossinis 1868. Für die Gedächtnisveranstaltung zum Jahrestag des Hinschieds Rossinis in Bologna schlug Verdi vor, eine Totenmesse aufzuführen, zu der die bedeutendsten italienischen Komponisten seiner Zeit je einen Satz beisteuern sollten. Verdi selber übernahm den Schluss, das «Libera me». Zu einer Aufführung dieses Pasticcio-Werkes kam es jedoch wegen organisatorischer Turbulenzen nicht, und die Partitur verschwand im Ricordi-Archiv. Erst 1988 wurde das Werk ausgegraben und von der Stuttgarter Bachakademie unter Helmut Rilling schliesslich doch noch uraufgeführt. Der Tod des von Verdi hochgeschätzten Dichters Alessandro Manzoni 1873 veranlasste schliesslich Verdi, die ganze Totenmesse zu vertonen. Die Uraufführung in der Kirche San Marco in Mailand am 22. Mai 1874 war ein Ereignis von nationaler Bedeutung. Verdis Kirchenmusik beeindruckte durch ihre opernhafte Grösse und Dramatik (besonders im «Dies irae»). Andere wieder, die Kirchenmusik als eher intime Musik verstehen, waren befremdet, wie Hans von Bülow, der im Requiem eine «Oper im Kirchengewande» sah.

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Biographie

Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Das Orchestre Révolutionnaire et Romantique (ORR) wurde 1989 von Sir John Eliot Gardiner gegründet mit dem Ziel, die Musik des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts mit derjenigen stilistischen Sorgfalt aufzuführen, die den English Baroque Soloists eigen ist. Von Anfang an wurde das Ensemble für seine hervorragenden Berlioz-Interpretationen gelobt. Es begeisterte auch mit einer Gesamtaufnahme der Beethoven- Sinfonien, einem Meilenstein für Musikaufnahmen auf Tonträgern. Grossen Anklang fanden ebenso die Aufführungen und CD-Einspielungen grosser romantischer Werke, insbesondere von Schumann und Brahms. Der Klangkörper unterhält seit langem eine enge Zusammenarbeit mit dem Monteverdi Choir. Daraus sind unter anderem französische Opernproduktionen an der Pariser Opéra Comique hervorgegangen.

Monteverdi Choir
Der Monteverdi Choir wurde 1964 von Sir John Eliot Gardiner gegründet. Viele Choristen übernehmen regelmässig solistische Aufgaben, einige ehemalige Mitsänger absolvierten erfolgreiche Solokarrieren. Das Repertoire des Chores reicht von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert. Zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach verwirklichte der Chor das ehrgeizige Projekt der «Bach Cantata Pilgrimage», bei dem die meisten der 198 Kirchenkantaten Bachs in mehr als 60 europäischen Kirchen aufgeführt wurden. Die Diskografie des Chores umfasst über 100 Einspielungen, etliche davon wurden mit Preisen ausgezeichnet.

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