Interpreten

Orchester

19. Nov '20

Konzert
19. Nov '20

Orchestre des Champs-Elysées

Tournee

Konzertabsagen November 2020

Aufgrund des Bundesratsbeschlusses vom 28. Oktober 2020 müssen wir leider die Tournee mit den Wiener Symphonikern vom 13. bis 15. November 2020 sowie das Konzert vom 19. November im KKL mit dem Orchestre des Champs-Elysées absagen. Abonnentinnen und Abonnenten erhalten eine anteilsmässige Rückerstattung am Saisonende 2020/21. Einzeltickets werden von der jeweiligen Billettkasse rückvergütet.

Da die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen unbefristet sind, ist eine Konzertplanung momentan schwierig. Trotzdem bleibt unser Versprechen unverändert:
Wir geben unser Bestes, Ihnen in der Saison 20/21 ein klassisches Live-Erlebnis von höchster Qualität zu ermöglichen.

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm

Beethovens öffentliches Konzert im Theater an der Wien am 5. April 1803 umfasste (unter anderem!) drei neue Werke des Bonner Meisters: Das Oratorium Christus am Ölberg, das 3. Klavierkonzert und die 2. Sinfonie. Während die Presse am Tag nach der Uraufführung kein Wort darüber verlor, gab es nach der Veröffentlichung des Werkes zwei Jahre später in Leipzig hemmungslose Kritiken: «Das ist ein grobschlächtiges Ungeheuer, ein durchbohrter Drache, der unbeugsam weiterkämpft und nicht sterben will (...), obwohl er (im Finale) sein Blut verliert», äusserte sich ein gewisser Spazier.
Ein «Ungeheuer», wirklich? Das so verunglimpfte Werk zeigt keine Spuren der tiefen inneren Krise, die Beethoven 1802 durchmachte, im Jahre des unseligen «Heiligenstädter Testaments». Durch seine unerbittlich zunehmende Taubheit in die Verzweiflung getrieben, schrieb der Musiker seinen Brüdern einen Brief, den er schliesslich nie abschickte: «(...) es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben – nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück, ach es dünkte mir unmöglich, die Welt eher zu verlassen, bis ich das alles hervorgebracht, wozu ich mich aufgelegt fühlte (...).» Einen Vorgeschmack dieser schöpferischen Kraft gab Beethoven in seiner Sinfonie in D-Dur, welche im Wesentlichen während dieses Jahres 1802 entstand. «Ich bin nun bereit, auf einer neuen Bahn weiterzugehen», hatte er damals seinem Schüler Carl Czerny anvertraut. Die Neuerungen sind zahlreich und bedeutend in diesem entscheidenden Werk, das sich insbesondere durch eine gewaltige, langsame Einführung, einen ausgesprochen gesanglichen langsamen Satz und ein schwungvolles Finale auszeichnet.
Vier Jahre lang, von 1804 bis 1808, arbeitete Ludwig van Beethoven an seiner 5. Sinfonie – ein deutliches Zeichen für den hohen Anspruch, den er an seine erste Moll-Sinfonie stellte. In diese Zeit fallen einige markante Ereignisse politischer wie privater Art: die drohende Niederlage gegen Napoleon, das Eingeständnis irreversibler Ertaubung, aber auch ein neues künstlerisches Niveau seit Beendigung der «Eroica». Welches Konzept verfolgte Beethoven in der neuen Sinfonie? Dass die berühmten Anfangstöne der Fünften für das Schicksal stehen, das «an die Pforte klopft», ist bekannt. Entscheidend aber ist der musikalische Prozess, den sie in Gang setzen. Beethoven schreibt nicht einfach eine Sinfonie, die in Moll beginnt und in Dur endet, sondern er inszeniert diese Entwicklung als folgerichtig, um nicht zu sagen notwendig. In vier Stufen wird das Schicksal überwunden: So scheint C-Dur am Ende von Satz eins bereits erreicht, als eine düstere Coda dieses Ergebnis wieder einkassiert. Im zweiten Satz wird der lyrische Gesamteindruck zusehends durch Marschsignale aufgebrochen – Vorahnung des finalen Triumphs. Selbst das (nicht als solches bezeichnete) Scherzo lebt ganz von musikalischen Konflikten, und hier, in den letzten Takten, erfolgt dann endgültig der Umschwung zum erlösenden C-Dur. Der Schlusssatz ist Jubel pur, dessen weltumspannendes Ethos durch Zusatzinstrumente wie Piccolo, Posaunen und Kontrafagott zum Ausdruck kommt. «Dem Schicksal in den Rachen greifen» – hier geschieht es musikalisch.

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Biographie

Orchestre des Champs-Élysées

Als Philippe Herreweghe 1991 das Orchestre des Champs-Élysées gründete, hatte ein auf Originalinstrumenten spielendes Ensemble in Frankreich noch gefehlt – wenigstens eines von derartiger Qualität. Umgekehrt fügte Herreweghe seiner Reihe von Spezialformationen für die Erkundung bestimmter Musikepochen ein weiteres hinzu. Das Orchestre des Champs-Élysées konzentriert sich auf sinfonische und oratorische Werke von Klassik, Romantik und klassischer Moderne, dargeboten mit dem jeweiligen Instrumentarium der Zeit. So entstanden preisgekrönte Aufnahmen von Mozart und Beethoven, aber auch von Berlioz, Bruckner und Mahler. Zu den Gastdirigenten zählten Daniel Harding, René Jacobs und Heinz Holliger; Tourneen führten das in Paris beheimatete Orchester nach Asien, Australien und in die USA, in die grossen Konzertsäle von London, Berlin, Wien und Amsterdam. Musikwissenschaftliche Forschungen und pädagogische Projekte runden die Arbeit des Orchestre des Champs-Élysées ab.

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