Interpreten

Orchester

19. - 21. Okt '20

Tournee I
19. - 21. Okt '20

Kammerorchester Lausanne

Tournee

Aufgrund der Einreisebestimmungen des BAG ist es leider nicht möglich, dass das Budapest Festival Orchestra für Sie spielt. Auch der gefundene Ersatz, das Mozarteumorchester Salzburg, kann wegen der neusten Lageentwicklung nicht auftreten. Es ist uns kurzfristig gelungen, das Orchestre de Chambre de Lausanne mit einer der bekanntesten Dirigentinnen der Welt, Simone Young und dem Ausnahme-Cellisten Daniel Müller-Schott zu verpflichten.

Trotz der schwierigen Lage aufgrund des Coronavirus bleibt unser Versprechen unverändert: Wir geben unser Bestes, Ihnen in der Saison 2020/21 ein klassisches Live-Erlebnis von höchster Qualität zu ermöglichen.

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm

Im September 1850 ziehen Robert Schumann und seine Frau Clara von Dresden nach Düsseldorf, wo der Komponist als Nachfolger von Ferdinand Hiller das Amt des Städtischen Musikdirektors antritt. Neben der Leitung der Abonnementskonzerte umfasst Schumanns Pflichtenheft unter anderem auch die Aufführung von Kirchenkonzerten, die Durchführung von Privatkursen sowie den Aufbau einer Kammermusikgesellschaft. Diese Aufgabenvielfalt scheint sich positiv auf seine Arbeit als Komponist auszuwirken, legt er doch in kurzer Zeit seine Szenen aus Goethes Faust, die sogenannte «Rheinische» Sinfonie, zahlreiche Melodien und nicht zuletzt das Cellokonzert nieder.
Dieses ist eines der sieben konzertanten Werke Schumanns, die fast alle aus der letzten schöpferischen Phase des deutschen Komponisten stammen. Schumann empfand eine ganz besondere Zuneigung für das Cello (Instrument, an dem er sich in den 1830er-Jahren versucht hatte), wie einige seiner Kammermusik-Stücke bezeugen. Mit dem im Herbst 1850 innerhalb von nur zwei Wochen geschriebenen Cellokonzert wurde allerdings sein Autor niemals wirklich glücklich. Vier Jahre später stürzte er sich denn auch in eine Überarbeitung des Werks – aber da war er schon dem Wahnsinn verfallen. So kam es, dass das Konzert erst vier Jahre nach Schumanns Tod (durch Ludwig Ebert) uraufgeführt wurde.
Die drei Sätze des Konzerts gehen nahtlos ineinander über und werden ohne Unterbrechung gespielt, sodass das Werk manchmal wie als einsätziges Stück beschrieben wird. Schumann selbst nannte es «Konzertstück», ein Werk wie aus einem Guss, das die Freiheit des Ausdrucks der puren Virtuosität vorzieht. Der dritte Satz, der einzige mit einer (vom Orchester begleiteten) Kadenz, stellt nichtsdestotrotz hohe Ansprüche an Technik und Bravour des Solisten.
Die erste öffentliche Aufführung der sechsten Sinfonie von Schubert fand erst am 14. Dezember 1828 im Rahmen eines Konzerts der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien statt. Wie alle Sinfonien Schuberts, wurde also auch die sogenannte «Kleine C-Dur» erst posthum uraufgeführt und noch erst viel später (1895) veröffentlicht. Innerhalb des Schubert'schen Schaffens stellt die nach einer Reihe von Sonaten und verschiedenen Werken für Klavier entstandene Sinfonie Nr. 6 eine Art Abschluss der Jugendzeit dar und kündigt sozusagen seine zukünftigen, reiferen Kompositionen an. Im Oktober 1817 begonnen und im Februar 1818 fertiggestellt, stammt das Werk aus einer Phase von Schuberts Leben, in welcher er noch als Schulgehilfe arbeitete und sich nur in Randstunden als Musiker betätigen konnte, leicht bedrückt in der erstickenden Atmosphäre des elterlichen Hauses, aber immerhin umgeben von Freunden, die sein musikalisches Talent zunehmend schätzten. Auf der Partitur hatte Schubert selbst sein neues Werk als «Grosse Sinfonie» betitelt. Seit die «Grosse Sinfonie» in C-Dur D 944 in das Schubert'sche Werkverzeichnis Eingang fand, wurde jedoch die Bezeichnung «Kleine C-Dur-Sinfonie» dafür üblich.
Das von Schubert gewählte Adjektiv ist allerdings durchaus angebracht, da sich das Werk durch sein Format und seinen ehrgeizigen Anspruch deutlich hervorhebt. Die Sinfonie D 589 knüpft an ein kompositorisches Verfahren an, das Schubert schon in seinen ersten vier Sinfonien angewandt hatte: Sie beginnt mit einer langsamen Einführung von sehr theatralischem Charakter. Der dritte Satz trägt im Übrigen den Titel Scherzo, eine Premiere in Schuberts sinfonischem Schaffen. Im Vergleich zu den vorhergehenden Sinfonien des Wiener Komponisten sticht dieser Satz, der ganz bewusst dem 18. Jahrhundert den Rücken kehrt, denn auch am meisten hervor. Das Werk spielt auch deutlich an den italienischen Stil an, der damals im Zuge der Begeisterung für die Opern von Rossini wie eine Welle über die österreichische Hauptstadt eingebrochen war.

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Biographie

Das 1942 von Victor Desarzens gegründete Kammerorchester Orchestre de Chambre de Lausanne OCL ist eine der gefragtesten «Mannheimer Besetzungen» (Orchester aus rund vierzig Musikern) Europas. Seit seiner Einladung an der zweiten Ausgabe des Festivals von Aix-en-Provence ist das OCL konstant auf den grossen internationalen Bühnen zu Gast. Seine klangliche Identität hat das OCL unter Leitung von wenigen herausragenden Intendanten gefunden: Auf den Gründer folgten so Armin Jordan, Lawrence Foster, Jesús López-Cobos, Christian Zacharias und Joshua Weilerstein, der 2015 das Orchester übernahm. Ab der Saison 2021/2022 wird er von Renaud Capuçon abgelöst. Das OCL ist nicht nur Hausorchester der Salle Métropole in Lausanne, regelmässiges Gastensemble der Opéra de Lausanne und bevorzugter Partner zahlreicher musikalischer Institutionen in der Lausanner Region, sondern lädt getreu seiner offenen Geisteshaltung immer wieder Solisten und Dirigenten ersten Ranges zu Gastspielen ein und beeindruckt mit einem breit gefächerten Repertoire, das sich von den frühen Barockkomponisten bis zur zeitgenössischen Musik erstreckt.

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