Interpreten

Orchester

19. - 20. Feb '20

Tournee V
19. - 20. Feb '20

Orchestra della Svizzera Italiana

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm La Chaux-de-Fonds

Mit einem Trompeter als Vater und einer Opernsängerin als Mutter war Rossini für eine musikalische Karriere prädestiniert! Tatsächlich komponierte er seine erste Oper (Demetrio e Polibio) im Alter von vierzehn Jahren, kurz nachdem er in das Liceo Musicale in Bologna eingetreten war. Vier Jahre später gab der junge Komponist sein Operndebüt in Venedig mit La Cambiale di Matrimonio. L'Italiana in Algeri wurde 1813 ebenfalls in Venedig, im Teatro San Benedetto, uraufgeführt. Rossinis erster Versuch, eine Opera buffa zu schreiben (nach einem Libretto von Angelo Anelli), entpuppte sich als eine Art musikalische Commedia dell'arte, die Stendhal als «organisierten und vollständigen Wahnsinn» bezeichnete. Der Komponist wandte sich entschieden von den langjährigen italienischen Opernpraktiken ab und liess in dieser zweiteiligen Komödie seiner musikalischen Fantasie und seiner theatralischen Kreativität freien Lauf. Die Ouvertüre wird zart durch ein Gemurmel von Pizzicatos eingeleitet, die einem orchestralen Wirbelsturm vorausgehen. Diese Ouvertüre ist eines der funkelndsten Orchesterwerke, das je von Rossini geschrieben wurde.
Beethoven komponierte den grössten Teil seines dritten Klavierkonzertes im Jahr 1800, im Anschluss an die ersten beiden Sinfonien, die erste Reihe von Streichquartetten (op. 18) und einige seiner grossen Klaviersonaten und bewies damit erneut sein Genie. Bis zur Uraufführung am 5. April 1803 im Theater an der Wien hat der Komponist das Werk mehrmals überarbeitet. Zum opulenten Konzertprogramm des Abends gehörten auch Beethovens erste beiden Sinfonien sowie sein Oratorium Christus am Ölberge. Beethoven selbst spielte den Klavierpart im c-Moll-Konzert und war sehr amüsiert über die Verwirrung seines Notenwenders. Ignaz von Seyfried war meist mit leeren Seiten konfrontiert, bis auf wenige Skizzen, die dem Pianisten als Anhaltspunkt dienten. Wie immer hatte sich Beethoven nicht die Mühe gegeben, seine ganze Partie, die er auswendig spielte, ausführlich zu notieren. Es ist eine Tatsache, dass er noch am Morgen des Konzerts mit einer Posaunenpartie für das Oratorium beschäftigt war! Im Vergleich zu Beethovens ersten beiden Klavierkonzerten zeigt das c-Moll-Konzert deutliche Fortschritte in der instrumentalen Balance, wobei der Solist und das Orchester nun gleichberechtigte Partner sind. Die virtuose Solopartie ist nicht mehr allein der Improvisationsfähigkeit des Komponisten verpflichtet, sondern trägt voll und ganz zum dramatischen und formalen Zusammenhalt des Werkes bei. Das Originalmanuskript des Konzerts galt nach dem Zweiten Weltkrieg als verloren, aber das wertvolle Dokument tauchte 1977 in Polen wieder auf.
Kurz vor seinem zwanzigsten Geburtstag durchlief Schubert eine depressive Phase, da ihm die Zukunftsperspektiven zu fehlen schienen. Ist das der Grund, warum er seine Vierte Symphonie (zu einem späteren Zeitpunkt) «Tragische Symphonie» nannte? Die c-Moll-Tonart, die Schubert noch nie zuvor für ein Orchesterstück verwendet hatte, ist die von Beethovens 5. Sinfonie und der Coriolan Ouvertüre, die Schubert seit 1809 kannte. Eine Verbindung mit der Idee von «Schicksal» und «heroischer Konfrontation» führte Schubert dazu, den Titel seiner Sinfonie zu wählen, der in der Tat keineswegs tragisch wirkt. Die Instrumentierung unterscheidet sich jedoch von Schuberts früheren Symphonien: In seiner c-Moll-Sinfonie hat der Komponist vier statt zwei Hörner verwendet und damit der Orchestrierung mehr Gewicht verliehen; Diese erweist sich als breiter und intensiver als in früheren Werken. Schuberts 4. Sinfonie scheint ihren Titel in den ersten Takten der Einleitung mit einem feierlichen und dunklen Ton zu rechtfertigen, aber die anfängliche Spannung verschwindet bald im anschliessenden Allegro vivace. Das Andante schafft eine typisch intime und lyrische Schubert’sche Atmosphäre, die bereits die kommenden grossen Schubert-Sinfonien vorwegnimmt. Das robuste Scherzo, das darauf folgt, bezeichnete der Komponist noch als «Menuett». Der letzte Satz kehrt kurz zur dramatischen Eröffnungsstimmung zurück, bevor er das Stück zu einem leidenschaftlichen Ende führt. Diese Sinfonie mag zu Schuberts Lebzeiten von einer Gruppe von Laienmusikern aufgeführt worden sein; ihre öffentliche Uraufführung fand aber erst 1849 statt.

Programm Genf

Zu Beginn jedes Konzerts erhalten talentierte Sängerinnen und Sänger sowie Instrumentalisten aus der Schweiz Gelegenheit, sich dem Publikum vorzustellen. Eine «Ouvertüre» in doppelter Hinsicht: nicht nur als Einstimmung auf den Konzertabend, sondern auch als Türöffner für «Unsere Stars von morgen».


Ouvertüre

Mit einem Trompeter als Vater und einer Opernsängerin als Mutter war Rossini für eine musikalische Karriere prädestiniert! Tatsächlich komponierte er seine erste Oper (Demetrio e Polibio) im Alter von vierzehn Jahren, kurz nachdem er in das Liceo Musicale in Bologna eingetreten war. Vier Jahre später gab der junge Komponist sein Operndebüt in Venedig mit La Cambiale di Matrimonio. L'Italiana in Algeri wurde 1813 ebenfalls in Venedig, im Teatro San Benedetto, uraufgeführt. Rossinis erster Versuch, eine Opera buffa zu schreiben (nach einem Libretto von Angelo Anelli), entpuppte sich als eine Art musikalische Commedia dell'arte, die Stendhal als «organisierten und vollständigen Wahnsinn» bezeichnete. Der Komponist wandte sich entschieden von den langjährigen italienischen Opernpraktiken ab und liess in dieser zweiteiligen Komödie seiner musikalischen Fantasie und seiner theatralischen Kreativität freien Lauf. Die Ouvertüre wird zart durch ein Gemurmel von Pizzicatos eingeleitet, die einem orchestralen Wirbelsturm vorausgehen. Diese Ouvertüre ist eines der funkelndsten Orchesterwerke, das je von Rossini geschrieben wurde.
Beethoven komponierte den grössten Teil seines dritten Klavierkonzertes im Jahr 1800, im Anschluss an die ersten beiden Sinfonien, die erste Reihe von Streichquartetten (op. 18) und einige seiner grossen Klaviersonaten und bewies damit erneut sein Genie. Bis zur Uraufführung am 5. April 1803 im Theater an der Wien hat der Komponist das Werk mehrmals überarbeitet. Zum opulenten Konzertprogramm des Abends gehörten auch Beethovens erste beiden Sinfonien sowie sein Oratorium Christus am Ölberge. Beethoven selbst spielte den Klavierpart im c-Moll-Konzert und war sehr amüsiert über die Verwirrung seines Notenwenders. Ignaz von Seyfried war meist mit leeren Seiten konfrontiert, bis auf wenige Skizzen, die dem Pianisten als Anhaltspunkt dienten. Wie immer hatte sich Beethoven nicht die Mühe gegeben, seine ganze Partie, die er auswendig spielte, ausführlich zu notieren. Es ist eine Tatsache, dass er noch am Morgen des Konzerts mit einer Posaunenpartie für das Oratorium beschäftigt war! Im Vergleich zu Beethovens ersten beiden Klavierkonzerten zeigt das c-Moll-Konzert deutliche Fortschritte in der instrumentalen Balance, wobei der Solist und das Orchester nun gleichberechtigte Partner sind. Die virtuose Solopartie ist nicht mehr allein der Improvisationsfähigkeit des Komponisten verpflichtet, sondern trägt voll und ganz zum dramatischen und formalen Zusammenhalt des Werkes bei. Das Originalmanuskript des Konzerts galt nach dem Zweiten Weltkrieg als verloren, aber das wertvolle Dokument tauchte 1977 in Polen wieder auf.
Kurz vor seinem zwanzigsten Geburtstag durchlief Schubert eine depressive Phase, da ihm die Zukunftsperspektiven zu fehlen schienen. Ist das der Grund, warum er seine Vierte Symphonie (zu einem späteren Zeitpunkt) «Tragische Symphonie» nannte? Die c-Moll-Tonart, die Schubert noch nie zuvor für ein Orchesterstück verwendet hatte, ist die von Beethovens 5. Sinfonie und der Coriolan Ouvertüre, die Schubert seit 1809 kannte. Eine Verbindung mit der Idee von «Schicksal» und «heroischer Konfrontation» führte Schubert dazu, den Titel seiner Sinfonie zu wählen, der in der Tat keineswegs tragisch wirkt. Die Instrumentierung unterscheidet sich jedoch von Schuberts früheren Symphonien: In seiner c-Moll-Sinfonie hat der Komponist vier statt zwei Hörner verwendet und damit der Orchestrierung mehr Gewicht verliehen; Diese erweist sich als breiter und intensiver als in früheren Werken. Schuberts 4. Sinfonie scheint ihren Titel in den ersten Takten der Einleitung mit einem feierlichen und dunklen Ton zu rechtfertigen, aber die anfängliche Spannung verschwindet bald im anschliessenden Allegro vivace. Das Andante schafft eine typisch intime und lyrische Schubert’sche Atmosphäre, die bereits die kommenden grossen Schubert-Sinfonien vorwegnimmt. Das robuste Scherzo, das darauf folgt, bezeichnete der Komponist noch als «Menuett». Der letzte Satz kehrt kurz zur dramatischen Eröffnungsstimmung zurück, bevor er das Stück zu einem leidenschaftlichen Ende führt. Diese Sinfonie mag zu Schuberts Lebzeiten von einer Gruppe von Laienmusikern aufgeführt worden sein; ihre öffentliche Uraufführung fand aber erst 1849 statt.

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Biographie

Das 1935 als Rundfunkorchester gegründete Orchestra della Svizzera Italiana (OSI) ist seit 1991 unter seinem heutigen Namen bekannt. Marc Andreae, Mikhail Pletnev und Vladimir Ashkenazy gehören zu den Dirigenten, welche die Klangidentität des Ensembles geprägt haben. Seit 2015 steht das OSI unter der Leitung von Markus Poschner. Das Orchester bietet hauptsächlich zwei Konzertreihen an: Die Erste mit renommierten Solisten in der Sala Teatro des LAC (Lugano Arte e Cultura) in Lugano, dem Heimathafen des Orchesters; die zweite Konzertreihe im Auditorium Stelio Molo der RSI in Lugano schafft einen kreativen Raum für eklektische musikalische Persönlichkeiten mit speziellen Repertoires. Das OSI nimmt auch an Opern- und Tanzaufführungen teil und zeigt einen aussergewöhnlichen Einsatz für ein junges Publikum. Seit fast 20 Jahren pflegt das OSI ein privilegiertes Verhältnis zur Pianistin Martha Argerich, die Lugano als Sitz für ihr „Progetto“ gewählt hat. 2018 erhielt das OSI einen ICMA-Preis für seine CD-Aufnahmen der Brahms Sinfonien unter der Leitung von Markus Poschner.

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