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9. Jan '19

Extrakonzert I
9. Jan '19

Mariinsky Orchestra

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Programm

Auf dem Weg zum erfolgreichen Opernkomponisten musste Peter Tschaikowski immer wieder Rückschläge einstecken. Zwei frühe Werkbeiträge vernichtete er, selbst «Eugen Onegin» setzte sich erst mit Verzögerung durch. Schwer hatte (und hat) es auch seine letzte Oper «Jolanthe», uraufgeführt 1892, die ausserhalb Russlands nur sporadisch auf den Spielplänen steht – und das trotz unbestreitbarer musikalischer Qualitäten.
Tschaikowskis Stärken in der Ausleuchtung von Charakteren und ihrer Gefühle kommen in diesem märchenhaften Einakter voll zum Tragen. Die Protagonistin Jolanthe ist blind, wird aber von ihrer Umgebung im Unklaren über ihren Zustand gelassen. Erst durch die Liebe zum Grafen Vaudémont wird sie wissend und durch die Heilkraft eines arabischen Arztes sehend – ein Happy End, in dem sich Tschaikowskis eigene Hoffnung, gesellschaftliche Zwänge überwinden zu können, niederschlägt.
Äussere Handlung ist in «Jolanthe» auf ein Minimum reduziert; das dramatische Gewicht liegt ganz auf inneren Vorgängen, auf der menschlichen Gefühlswelt mit all ihren Widersprüchen und Konflikten. Für die Schilderung dieser Seelenpanoramen bediente sich Tschaikowski einer subtil ausdifferenzierten Klangsprache, die über weite Strecken kammermusikalische Züge trägt: von der dunklen Holzbläsereinleitung über zarteste Streicherklänge bis hin zu den königlichen Trompetenfanfaren. Ein schöneres Vermächtnis als diese Hymne an die Liebe hätte der Opernkomponist Tschaikowski nicht hinterlassen können.

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Biographie

Das Mariinsky Orchestra gehört zu den ältesten musikalischen Institutionen Russlands überhaupt – und steht doch mit beiden Beinen in der Gegenwart. Zu verdanken ist das vor allem seinem Chefdirigenten Valery Gergiev, der das Orchester in den vergangenen drei Jahrzehnten zu internationaler Bekanntheit führte. Zudem erweiterte er das Repertoire des ehemaligen Opernorchesters, das politisch bedingt mehrfach seinen Namen wechselte, um aktuelle sinfonische Literatur. Am bekanntesten ist es gleichwohl nach wie vor für Interpretationen russischer Musik. Bei Kritikerumfragen wird das Mariinsky Orchestra regelmässig unter die besten Klangkörper der Welt gezählt. Zuhause in St. Petersburg ist es der unumstrittene musikalische „Platzhirsch“: Es spielt in der 2007 eröffneten Mariinsky Konzerthalle, Einspielungen werden unter dem gleichnamigen Label veröffentlicht, und natürlich hat das Orchester auch sein eigenes Festival, die „Weißen Nächte“.

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