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23. - 25. Jan '18

Tournee IV
23. - 25. Jan '18

Mahler Chamber Orchestra

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Konzertprogramm Luzern

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 22.10.2017, 30.11.2017, 23.1.2018 und 31.5.2018 in Luzern, 24.10.2017, 24.3.2018 und 9.6.2018 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Solistinnen und Solisten von morgen

Robert Schumann hatte zahlreiche Opernpläne, von denen er aber nur einen einzigen ausführte: „Genoveva“, uraufgeführt 1850 in Leipzig. Bis heute konnte sich das Stück beim Publikum nicht so recht durchsetzen, unterscheidet es sich mit seiner lyrischen Innenschau doch deutlich von zeitgenössischen Werken. Etwa vom fast zeitgleich entstandenen und aufgeführten „Lohengrin“ Wagners, der wie „Genoveva“ das Thema der Gattentreue vor romantisch-mittelalterlicher Kulisse verhandelt.

Karriere im Konzertsaal machte allein die Ouvertüre der Oper. Schumann komponierte sie bemerkenswerterweise direkt im Anschluss an die Lektüre von Hebbels Tragödie „Genoveva“ im April 1847 – noch bevor ein einziger Buchstabe des Librettos existierte! Und tatsächlich wurde um den Operntext in der Folge heftig gerungen. Der von Schumann beauftragte Dichter Reinick orientierte sich lieber am Märchenton der „Genoveva“ Tiecks statt an Hebbels psychologischer Tiefenschärfe. Am Ende schrieb Schumann das Libretto grösstenteils selbst und fügte einen neuen, versöhnlichen Schluss an.

Dieses Happyend scheint bereits in der Ouvertüre vorgebildet, wenn das c-Moll des Hauptteils in der Coda einem strahlenden, ja hymnischen C-Dur weicht. Thematisch umreisst das Stück die wesentlichen Elemente der Handlung: unterdrückte Sehnsüchte (Seufzermotive in den Geigen), Liebe (Holzbläser) und Ritterromantik (Hornfanfaren). Bei der Komposition der Oper, die bis Mitte 1848 erfolgte, griff Schumann auf dieses thematische Material zurück.
Adagio – Allegro vivace
Adagio
Allegro vivace
Allegro ma non troppo


Die Vierte gehört zu den unterschätztesten Sinfonien Ludwig van Beethovens. Robert Schumann brachte es auf den Punkt, als er sie eine „griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen“ (den Sinfonien Nr. 3 und 5) nannte. Tatsächlich ist jeglicher sinfonische Hang zum Ausladenden, Überwältigenden hier auf klassisches Mass zurückgedrängt. Knappe, klare Formen bestimmen das Werk, dem die zahlreichen Spielarten Beethovenschen Humors eine ganz eigene Prägung geben.

Bei der Suche nach einem Anlass für diese lebenszugewandte Musik hat man oft biographische Gründe ins Feld geführt. Laut dem Dirigenten Seyfried war Beethoven im Entstehungsjahr 1806 „heiter, zu jedem Scherz aufgelegt“. Dennoch dürfte die Andersartigkeit der Vierten zunächst ästhetische Ursachen haben, ein Denken in Kontrasten nämlich, das Beethoven ebenso wie seinen Vorbildern Haydn und Mozart zu eigen war.

Dieses Denken bezieht sich nicht nur auf das Verhältnis von op. 60 zu den umliegenden heroisch-tragischen Werken, sondern auch auf die Binnenstruktur der Sinfonie selbst. Jeder Einzelsatz arbeitet dezidiert mit Kontrasten: Einleitung gegen Hauptsatz, Fanfare gegen Melodie (1. Satz), Melodie gegen Marsch (2. Satz), Zweier- gegen Dreierrhythmus (3. Satz), Energie gegen Erstarrung (4. Satz). Und in allen vier Sätzen prallen diese Gegensätze irgendwann musikalisch aufeinander – nur werden die daraus entstehenden Konflikte, anders als in den Werken tragischen Charakters, rasch wieder beigelegt, abgelöst durch Witz und Überraschungseffekte.
Lebhaft
Scherzo. Sehr mässig
Nicht schnell
Feierlich
Lebhaft – Schneller


Ein Ortswechsel wurde für Robert Schumann zum Anlass für seine letzte, die 3. Sinfonie. Schon bald nachdem er im September 1850 sein Amt als Düsseldorfer Musikdirektor antrat, muss in ihm der Wunsch gereift sein, sich mit einem neuen, repräsentativen Werk vorzustellen. Den konkreten Anstoss gab laut seinem Biografen Wasiliewski ein Besuch des Kölner Doms; dessen sakrale Atmosphäre, aber auch Eindrücke der Landschaft und des rheinischen Lebens sollen in die unglaublich rasch niedergeschriebene Es-Dur-Sinfonie eingeflossen sein.

Plastische Bilder lässt das Werk beim Hören in der Tat entstehen: das Strömen eines mächtigen Flusses im 1. Satz, eine feierliche Zeremonie im 4. und fröhliches Treiben im 5. Satz. Von Programmmusik kann dennoch keine Rede sein, dazu sind die Anklänge zu vage. Vielmehr diente Schumann dieser Bilderreichtum dazu, identische kompositorische Prinzipien an sehr unterschiedlichen musikalischen Gestalten zu erproben. So verwischt er in allen Sätzen die traditionellen Formgrenzen auf raffinierte Weise, wodurch der erwähnte Eindruck ewigen Strömens entsteht. Zudem bauen viele Melodien auf denselben Kernintervallen auf, hängen also innerlich zusammen. Und am Ende führt das übersprudelnde Finale Themen der früheren Sätze, v.a. des sakralen 4. Satzes, zu einem hymnischen Schluss. Den Beinamen „Rheinische“ trägt die Sinfonie dennoch zu Recht: als ein Werk, das für den Komponisten einen Neubeginn in jeder Hinsicht ankündigen sollte. Die Realität hielt dem freilich nicht stand: Gut drei Jahre unternahm Schumann einen Suizidversuch – im Rhein.

Konzertprogramm Zürich und Genf

Robert Schumann hatte zahlreiche Opernpläne, von denen er aber nur einen einzigen ausführte: „Genoveva“, uraufgeführt 1850 in Leipzig. Bis heute konnte sich das Stück beim Publikum nicht so recht durchsetzen, unterscheidet es sich mit seiner lyrischen Innenschau doch deutlich von zeitgenössischen Werken. Etwa vom fast zeitgleich entstandenen und aufgeführten „Lohengrin“ Wagners, der wie „Genoveva“ das Thema der Gattentreue vor romantisch-mittelalterlicher Kulisse verhandelt.

Karriere im Konzertsaal machte allein die Ouvertüre der Oper. Schumann komponierte sie bemerkenswerterweise direkt im Anschluss an die Lektüre von Hebbels Tragödie „Genoveva“ im April 1847 – noch bevor ein einziger Buchstabe des Librettos existierte! Und tatsächlich wurde um den Operntext in der Folge heftig gerungen. Der von Schumann beauftragte Dichter Reinick orientierte sich lieber am Märchenton der „Genoveva“ Tiecks statt an Hebbels psychologischer Tiefenschärfe. Am Ende schrieb Schumann das Libretto grösstenteils selbst und fügte einen neuen, versöhnlichen Schluss an.

Dieses Happyend scheint bereits in der Ouvertüre vorgebildet, wenn das c-Moll des Hauptteils in der Coda einem strahlenden, ja hymnischen C-Dur weicht. Thematisch umreisst das Stück die wesentlichen Elemente der Handlung: unterdrückte Sehnsüchte (Seufzermotive in den Geigen), Liebe (Holzbläser) und Ritterromantik (Hornfanfaren). Bei der Komposition der Oper, die bis Mitte 1848 erfolgte, griff Schumann auf dieses thematische Material zurück.
Adagio – Allegro vivace
Adagio
Allegro vivace
Allegro ma non troppo


Die Vierte gehört zu den unterschätztesten Sinfonien Ludwig van Beethovens. Robert Schumann brachte es auf den Punkt, als er sie eine „griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen“ (den Sinfonien Nr. 3 und 5) nannte. Tatsächlich ist jeglicher sinfonische Hang zum Ausladenden, Überwältigenden hier auf klassisches Mass zurückgedrängt. Knappe, klare Formen bestimmen das Werk, dem die zahlreichen Spielarten Beethovenschen Humors eine ganz eigene Prägung geben.

Bei der Suche nach einem Anlass für diese lebenszugewandte Musik hat man oft biographische Gründe ins Feld geführt. Laut dem Dirigenten Seyfried war Beethoven im Entstehungsjahr 1806 „heiter, zu jedem Scherz aufgelegt“. Dennoch dürfte die Andersartigkeit der Vierten zunächst ästhetische Ursachen haben, ein Denken in Kontrasten nämlich, das Beethoven ebenso wie seinen Vorbildern Haydn und Mozart zu eigen war.

Dieses Denken bezieht sich nicht nur auf das Verhältnis von op. 60 zu den umliegenden heroisch-tragischen Werken, sondern auch auf die Binnenstruktur der Sinfonie selbst. Jeder Einzelsatz arbeitet dezidiert mit Kontrasten: Einleitung gegen Hauptsatz, Fanfare gegen Melodie (1. Satz), Melodie gegen Marsch (2. Satz), Zweier- gegen Dreierrhythmus (3. Satz), Energie gegen Erstarrung (4. Satz). Und in allen vier Sätzen prallen diese Gegensätze irgendwann musikalisch aufeinander – nur werden die daraus entstehenden Konflikte, anders als in den Werken tragischen Charakters, rasch wieder beigelegt, abgelöst durch Witz und Überraschungseffekte.
Lebhaft
Scherzo. Sehr mässig
Nicht schnell
Feierlich
Lebhaft – Schneller


Ein Ortswechsel wurde für Robert Schumann zum Anlass für seine letzte, die 3. Sinfonie. Schon bald nachdem er im September 1850 sein Amt als Düsseldorfer Musikdirektor antrat, muss in ihm der Wunsch gereift sein, sich mit einem neuen, repräsentativen Werk vorzustellen. Den konkreten Anstoss gab laut seinem Biografen Wasiliewski ein Besuch des Kölner Doms; dessen sakrale Atmosphäre, aber auch Eindrücke der Landschaft und des rheinischen Lebens sollen in die unglaublich rasch niedergeschriebene Es-Dur-Sinfonie eingeflossen sein.

Plastische Bilder lässt das Werk beim Hören in der Tat entstehen: das Strömen eines mächtigen Flusses im 1. Satz, eine feierliche Zeremonie im 4. und fröhliches Treiben im 5. Satz. Von Programmmusik kann dennoch keine Rede sein, dazu sind die Anklänge zu vage. Vielmehr diente Schumann dieser Bilderreichtum dazu, identische kompositorische Prinzipien an sehr unterschiedlichen musikalischen Gestalten zu erproben. So verwischt er in allen Sätzen die traditionellen Formgrenzen auf raffinierte Weise, wodurch der erwähnte Eindruck ewigen Strömens entsteht. Zudem bauen viele Melodien auf denselben Kernintervallen auf, hängen also innerlich zusammen. Und am Ende führt das übersprudelnde Finale Themen der früheren Sätze, v.a. des sakralen 4. Satzes, zu einem hymnischen Schluss. Den Beinamen „Rheinische“ trägt die Sinfonie dennoch zu Recht: als ein Werk, das für den Komponisten einen Neubeginn in jeder Hinsicht ankündigen sollte. Die Realität hielt dem freilich nicht stand: Gut drei Jahre unternahm Schumann einen Suizidversuch – im Rhein.

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Biographie

Das Mahler Chamber Orchestra ist eng mit dem Wirken Claudio Abbados verknüpft, der 1986, noch in Zeiten des Kalten Kriegs, das Gustav Mahler Jugendorchester als musikalisches Friedensprojekt gegründet hatte. Neun Jahre später bewog das Erreichen der Altersgrenze einige seiner Mitglieder, ein neues Ensemble zu etablieren. Auch hieran hatte Abbado wesentlichen Anteil. Seitdem hat das Mahler Chamber Orchestra, als Projektgemeinschaft von Elitemusikern, mit den besten Solisten weltweit zusammengearbeitet, darunter Anna Netrebko, Jonas Kaufmann und Yuja Wang. Für eine Berlioz-Einspielung von 2003 gab es den Deutschen Schallplattenpreis, eine Beethoven-Aufnahme mit Martha Argerich wurde für den Grammy nominiert. Zu den zahlreichen Tourneen des MCO kommen einige „Residenzien“, etwa seit 2009 in den Metropolen Nordrhein-Westfalens. Neben Abbado war der junge Daniel Harding von Beginn an das „Gesicht“ des Orchesters. Aktuell fungiert der Italiener Daniele Gatti als Artistic Advisor.

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