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5. - 9. Nov '19

Tournee II
5. - 9. Nov '19

Sir Antonio Pappano

Tournee

Konzertdaten und Orte

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Programm

Zu Beginn jedes Konzerts erhalten talentierte Sängerinnen und Sänger sowie Instrumentalisten aus der Schweiz Gelegenheit, sich dem Publikum vorzustellen. Eine «Ouvertüre» in doppelter Hinsicht: nicht nur als Einstimmung auf den Konzertabend, sondern auch als Türöffner für «Unsere Stars von morgen».


Ouvertüre

Die Uraufführung des «Freischütz» 1821 in Berlin war ein derartiger Triumph für Carl Maria von Weber, dass der nächste Schritt nur folgerichtig erschien: die Komposition einer heroisch-dramatischen Oper. Der Auftrag hierzu kam aus Wien, als Librettistin wählte Weber die Romantikerin Helmina von Chézy. Dramaturgische Schwächen des Textbuchs gelten als Hauptgrund, warum sich «Euryanthe» trotz erfolgreicher Premiere nie so recht durchsetzen konnte. Was umso bedauerlicher ist, als Webers Oper entwicklungsgeschichtlich für Wagners Musikdramen den Boden bereitet.
An den «Lohengrin» etwa erinnert nicht nur vom Inhalt her vieles: Ritterromantik, das Thema der Gattentreue, Verklärungsszenen und eine spezielle Figurenkonstellation. Auch stilistisch setzte Weber Massstäbe für die Zukunft: durch dramatische Deklamation, die Weitung geschlossener Formen, instrumentale Effekte und Ansätze zu einer Leitmotivtechnik.
In der Ouvertüre zu «Euryanthe» verfolgte Weber einen ähnlichen Ansatz wie in der zum «Freischütz»: Zentrale Themen der Oper werden nicht bloss vorgestellt, sondern zu einem konflikthaften Ablauf verdichtet. So mündet der anfängliche Jubelton unerwartet in eine mystische Geigenpassage, die auf die Geisterszene des ersten Akts vorausweist. Aus ihr entwickelt sich ein immer dichteres, turbulenteres Fugato, das zuletzt von der Wiederkehr der Anfangsthematik in die Schranken gewiesen wird. Am guten Ende der Oper lässt diese Ouvertüre keinen Zweifel – dass es bis dorthin ein weiter Weg ist, aber auch nicht.
Das Klavierkonzert e-Moll markiert eine Wende im Leben Frédéric Chopins. Seine Premiere erfolgte im Rahmen von Chopins Warschauer Abschiedskonzert im Oktober 1830; wenige Wochen später verliess er Polen Richtung Paris. Auch dort diente ihm das Stück Anfang 1832 als Einstand und Türöffner. Anwesend waren neben der pianistischen Crème de la Crème – Kalkbrenner, Hiller, Mendelssohn – auch Verleger, Klavierbauer und vor allem: potenzielle Kunden aus Adel und Bürgertum, für die er in der Folge als Klavierlehrer arbeiten würde.
Sie alle konnten sich anhand des e-Moll-Konzerts überzeugen, dass der junge polnische Emigrant über Geschmack, Stilsicherheit und eine exzellente Klaviertechnik verfügte. Im ersten Satz des Werks sind es drei Themen, die Chopin auf seine unnachahmliche Weise durch Verzierungen und Umspielungen subtil verfeinert. Ganz anders das Finale, eine pianistische Tour de Force im Stil eines polnischen Volkstanzes, des Krakowiak. Noch heute lässt sich erahnen, welchen Eindruck die kaum gezügelte Wildheit dieses Rondos auf das Pariser Salonpublikum gemacht haben mag.
Chopin selbst allerdings dürfte dem langsamen Satz den Vorzug gegeben haben: eine Romanze in E-Dur, die vom Klangkontrast zwischen gedämpften Streichern und klar gezeichneter Klaviermelodie lebt – «wie ein Traum im Mondlicht» (Chopin). Adressatin dieses nächtlichen Grusses war Konstancja Gladkowska gewesen, eine junge Sängerin, von der sich Chopin 1830 ebenfalls hatte verabschieden müssen. Mit dem Klavierkonzert konnte er wenigstens eine klingende Reminiszenz an sie mit in die Fremde nehmen.
Die 2. Sinfonie von Robert Schumann ist das Dokument einer Krise – biografisch wie kompositorisch. Schumann selbst bekannte später, er habe sie «im December 1845 noch halb krank» geschrieben, und meinte auch, man müsse ihr dies anhören. «Erst im letzten Satz fing ich an mich wieder zu fühlen; wirklich wurde ich auch nach Beendigung des ganzen Werkes wieder wohler.»
Im Vorfeld der Sinfonie hatte Schumann eingehend Kontrapunktstudien betrieben und sich mit der Musik Johann Sebastian Bachs beschäftigt. Hierdurch lernte er eigenem Bekunden nach das Komponieren noch einmal neu. Tatsächlich spielt das Schaffen Bachs eine bedeutende Rolle für die 2. Sinfonie, vor allem im langsamen Satz, einer romantischen Paraphrase über ein Stück aus dem «Musikalischen Opfer». Aber auch schon in den Anfangstakten des Werks, wenn Bläser- und Streicherstimmen gegeneinander in Konkurrenz treten.
Als weiteres Vorbild ist Franz Schubert zu nennen, dessen Entdeckung als Sinfoniker ja auf Schumann persönlich zurückgeht. Schuberts grosse C-Dur-Sinfonie stand mit ihrer überschäumenden rhythmischen Energie und ihren Sehnsuchtsklängen für Schumanns Werk Pate. Zur Gestaltung innermusikalischer Konflikte und deren Überwindung wiederum griff Schumann auf einen dritten Komponisten zurück: Ludwig van Beethoven. Im Finale ist es sogar ein Beethoven-Zitat, das für die endgültige Bestätigung von C-Dur sorgt: eine Zeile aus dem Liederzyklus «An die ferne Geliebte», mit der Schumann einmal mehr seine Liebe zu Clara bekundete.

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Biographie

Seine britisch-italienische Staatsbürgerschaft lebt der 1959 bei London geborene Antonio Pappano seit vielen Jahren auch dirigentisch aus: als Künstlerischer Leiter des Royal Opera House in London sowie des Orchestra dell’Academia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Entdeckt wurde Pappano von Daniel Barenboim, der ihn als Assistenten nach Bayreuth mitnahm; weitere Stationen waren die Opernhäuser von Oslo und Brüssel. Pappano gehört zu den wenigen Dirigenten weltweit, denen sowohl Wagner als auch das italienische Opernrepertoire liegt. 2006 brachte ihm die Einspielung von «Tristan und Isolde» mit Plácido Domingo einen von mittlerweile vier Echo Klassik ein, 2013 erhielt er den International Opera Award als Dirigent des Jahres. Auch die gesellschaftlichen Auszeichnungen Pappanos spiegeln seine Verwurzelung in zwei Ländern: 2012 wurde er mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik geehrt und zusätzlich von der Queen geadelt.

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