Interpreten

Dirigent

26. - 27. Mai '19

Tournee VI
26. - 27. Mai '19

Mirga Gražinytė-Tyla

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm Zürich

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 28.11.2018, 27.1.2019, 22.3.2019 und 13.5.2019 in Luzern, 25.10.2018, 27.11.2018, 26.1.2019, 20.3.2019, 9.4.2019 und 26.5.2019 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Stars von morgen
Als Einstieg in dieses Schumann-Brahms-Konzert erklingt ein Werk, welches inspiriert ist von den Schweizer Alpen, ähnlich wie einige Werke Brahms’. Die kurze sinfonische Dichtung «Pastorale d’été» schrieb der Schweizer Komponist Arthur Honegger 1920 während der Sommerferien in Wengen im Berner Oberland. Der Komposition ist ein Vers von Arthur Rimbaud vorangestellt: «J’ai embrassé l’aube d’été» (Ich habe die Morgenröte des Sommers umarmt). Das Werk, welches nur eine Streicherbesetzung mit Holzbläsern und einem Horn vorsieht, ist die musikalische Impression eines friedlichen Morgens in den Schweizer Alpen. Es wird eröffnet mit einer sehnsüchtigen Hornmelodie, welche an einen Alphornruf erinnert und welche schliesslich von den Streichern aufgenommen wird. Diese eher pastoral-ruhige Instrumentation bestimmt die Rahmenteile. In einem mittleren Abschnitt wird die Musik bewegter und farblich faszinierend instrumentiert. In vielem erinnert das kurze Orchesterstück an Debussys «Prélude à l’après-midi d’un faune». Es ist dem Pariser Komponisten und Musikkritiker Alexis Roland- Manuel gewidmet und wurde am 17. Februar 1921 in Paris uraufgeführt.
Mehrfach befasste sich Schumann im Laufe seiner Schaffenszeit mit Kompositionen für Klavier und Orchester. Viele Versuche blieben unausgeführt. Das letztlich als Klavierkonzert op. 54 publizierte Werk basiert auf einer «Phantasie für Klavier und Orchester» aus dem Jahre 1841, welches Schumann im Hinblick auf die aussergewöhnlichen pianistischen Fähigkeiten seiner eben angetrauten Frau Clara schrieb. Erst als alle Versuche gescheitert waren, diese «Phantasie» zu publizieren, erweiterte er sie zu einem dreisätzigen Konzert, welches schliesslich Ende 1845 mit Clara Schumann als Solistin erfolgreich in Dresden uraufgeführt wurde. Es ist im Grunde das erste bedeutende romantische Klavierkonzert, welches die Ästhetik der Klassik abstreifte zugunsten einer romantischen Konzeption. Zwar wahrt das Konzert gegen aussen die Form des klassischen Dreisatzkonzerts, besteht aber im Grunde nur aus einem einzigen grossen Satz mit einem Hauptgedanken (erster Satz), einem Nebengedanken (Intermezzo) sowie der im Charakter variierten Wiederkehr des Hauptgedankens im dritten Satz. Auch die Binnenstrukturen folgen nur noch grob dem klassischen Konzept von Exposition, Durchführung und Reprise. Vielmehr entwickelt sich das Thema in mehreren Abschnitten im Sinne einer romantischen Erzählung. Das Klavier und das Orchester werden auch nicht blockhaft einander gegenübergestellt, sondern eng miteinander verzahnt. So schrieb Clara Schumann in ihr Tagebuch: «Das Clavier ist auf das feinste mit dem Orchester verwebt – man kann sich das Eine nicht denken ohne das Andere.»
Johannes Brahms suchte bekanntlich sehr lange nach einem eigenen sinfonischen Weg nach Beethoven und rang jahrelang mit seinem sinfonischen Erstling, den er auch erst 1876 im Alter von 43 Jahren fertigstellte. Im Vergleich zu den Mühen bei der ersten Sinfonie schrieb Brahms seine zweite Sinfonie in einem Zug während der Sommermonate 1877 in Pörtschach am Wörthersee. Im gleichen Jahr fand die begeistert aufgenommene Wiener Uraufführung statt. Gegenüber der dramatischen ersten Sinfonie erscheint die zweite gelöster, lyrischer, von liedhafter Melodik durchströmt. Dennoch steht die strukturelle Dichte der ersten Sinfonie in keiner Weise nach.

Programm Genf

Als Einstieg in dieses Schumann-Brahms-Konzert erklingt ein Werk, welches inspiriert ist von den Schweizer Alpen, ähnlich wie einige Werke Brahms’. Die kurze sinfonische Dichtung «Pastorale d’été» schrieb der Schweizer Komponist Arthur Honegger 1920 während der Sommerferien in Wengen im Berner Oberland. Der Komposition ist ein Vers von Arthur Rimbaud vorangestellt: «J’ai embrassé l’aube d’été» (Ich habe die Morgenröte des Sommers umarmt). Das Werk, welches nur eine Streicherbesetzung mit Holzbläsern und einem Horn vorsieht, ist die musikalische Impression eines friedlichen Morgens in den Schweizer Alpen. Es wird eröffnet mit einer sehnsüchtigen Hornmelodie, welche an einen Alphornruf erinnert und welche schliesslich von den Streichern aufgenommen wird. Diese eher pastoral-ruhige Instrumentation bestimmt die Rahmenteile. In einem mittleren Abschnitt wird die Musik bewegter und farblich faszinierend instrumentiert. In vielem erinnert das kurze Orchesterstück an Debussys «Prélude à l’après-midi d’un faune». Es ist dem Pariser Komponisten und Musikkritiker Alexis Roland- Manuel gewidmet und wurde am 17. Februar 1921 in Paris uraufgeführt.
Mehrfach befasste sich Schumann im Laufe seiner Schaffenszeit mit Kompositionen für Klavier und Orchester. Viele Versuche blieben unausgeführt. Das letztlich als Klavierkonzert op. 54 publizierte Werk basiert auf einer «Phantasie für Klavier und Orchester» aus dem Jahre 1841, welches Schumann im Hinblick auf die aussergewöhnlichen pianistischen Fähigkeiten seiner eben angetrauten Frau Clara schrieb. Erst als alle Versuche gescheitert waren, diese «Phantasie» zu publizieren, erweiterte er sie zu einem dreisätzigen Konzert, welches schliesslich Ende 1845 mit Clara Schumann als Solistin erfolgreich in Dresden uraufgeführt wurde. Es ist im Grunde das erste bedeutende romantische Klavierkonzert, welches die Ästhetik der Klassik abstreifte zugunsten einer romantischen Konzeption. Zwar wahrt das Konzert gegen aussen die Form des klassischen Dreisatzkonzerts, besteht aber im Grunde nur aus einem einzigen grossen Satz mit einem Hauptgedanken (erster Satz), einem Nebengedanken (Intermezzo) sowie der im Charakter variierten Wiederkehr des Hauptgedankens im dritten Satz. Auch die Binnenstrukturen folgen nur noch grob dem klassischen Konzept von Exposition, Durchführung und Reprise. Vielmehr entwickelt sich das Thema in mehreren Abschnitten im Sinne einer romantischen Erzählung. Das Klavier und das Orchester werden auch nicht blockhaft einander gegenübergestellt, sondern eng miteinander verzahnt. So schrieb Clara Schumann in ihr Tagebuch: «Das Clavier ist auf das feinste mit dem Orchester verwebt – man kann sich das Eine nicht denken ohne das Andere.»
Johannes Brahms suchte bekanntlich sehr lange nach einem eigenen sinfonischen Weg nach Beethoven und rang jahrelang mit seinem sinfonischen Erstling, den er auch erst 1876 im Alter von 43 Jahren fertigstellte. Im Vergleich zu den Mühen bei der ersten Sinfonie schrieb Brahms seine zweite Sinfonie in einem Zug während der Sommermonate 1877 in Pörtschach am Wörthersee. Im gleichen Jahr fand die begeistert aufgenommene Wiener Uraufführung statt. Gegenüber der dramatischen ersten Sinfonie erscheint die zweite gelöster, lyrischer, von liedhafter Melodik durchströmt. Dennoch steht die strukturelle Dichte der ersten Sinfonie in keiner Weise nach.

Jetzt weiterempfehlen

Biographie

Seit Beginn der Saison 2016/17 ist die erst gut dreissigjährige litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla Musikdirektorin des City of Birmingham Symphony Orchestra. Als Kind einer Musikerfamilie aus Vilnius studierte sie zunächst Dirigieren an der Grazer Universität für Musik und darstellende Kunst. Weitere Studien führten sie nach Bologna, Leipzig und an die Zürcher Hochschule der Künste. International machte Mirga Gražinytė-Tyla bereits 2012 auf sich aufmerksam, als sie bei den Salzburger Festspielen mit dem begehrten «Salzburg Festival Young Conductors Award» ausgezeichnet wurde. Ein Dudamel Fellowship beim Los Angeles Philharmonic gab ihr kurz darauf die Gelegenheit, als Einspringerin ein Abonnementkonzert zu dirigieren, worauf sie für 2016/17 zum Associate Conductor befördert wurde. Unter ihren ersten Stationen an diversen Theatern gehörte 2013/14 auch das Konzert Theater Bern. Die junge Litauerin hat Einladungen von zahlreichen Orchestern angenommen, darunter vom HR-Sinfonieorchester Frankfurt, vom Chor des Bayerischen Rundfunks, vom Chamber Orchestra of Europe beim Lucerne Festival, vom Radio-Sinfonieorchester Wien, vom Mozarteumorchester Salzburg, vom Danish National Symphony Orchestra und vom Helsinki Philharmonic. Gražinytė-Tyla verbindet in ihrer Person dynamische Jugendlichkeit und zugleich eine für ihr Alter enorme Tiefgründigkeit. Sie imponiert durch kreative und technische Stärke.

Jetzt weiterempfehlen