Interpreten

Dirigent

25. - 26. Okt '18

Tournee I
25. - 26. Okt '18

Lahav Shani

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm Zürich

In der neuen Konzertserie präsentieren wir die besten Studien- und Förderpreisträger Musik des Migros-Kulturprozent. Entdecken Sie jeweils eine Stunde vor folgenden Migros-Kulturprozent- Classics-Konzerten unsere Solisten von morgen in einem halbstündigen Rezital: 28.11.2018, 27.1.2019, 22.3.2019 und 13.5.2019 in Luzern, 25.10.2018, 27.11.2018, 26.1.2019, 20.3.2019, 9.4.2019 und 26.5.2019 in Zürich. Ihr Abonnement oder Ihre Konzertkarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt.

Unsere Stars von morgen
Ernest Bloch wurde 1880 in Genf geboren, studierte aber bereits als 14-Jähriger Geige in Paris und später Komposition in Frankfurt und München. 1904 kehrte er nach Genf zurück, wo er seine einzige Oper, «Macbeth», komponierte, deren Tonsprache deutlich von der Musik Debussys beeinflusst ist. Dies gilt auch für die 1905 entstandenen «Deux poèmes pour orchestre», zwei sinfonische Dichtungen. «Hiver» (Winter) ist ein schwermütiger, von bohrender Trauer geprägter Satz. «Printemps» (Frühling) ein lebensbejahendes Gegenstück.
Bei kaum einem anderen Komponisten reduziert sich die Erinnerung der Musikwelt derart auf ein einziges Werk oder gar auf einen Satz wie bei Max Bruch. Das Adagio aus dem 1. Violinkonzert ist bis heute ein absoluter Klassik-Hit und Inbegriff der Bruch’schen melodischen Musiksprache, an Poesie und Schönheit kaum zu übertreffen. Dieses erste Violinkonzert in g-Moll wurde bald nach der Uraufführung mit Joseph Joachim als Solisten am 7. Januar 1868 in ganz Europa zu einem Dauerbrenner. Der Name Bruch ist von da an mit diesem Konzert verbunden und daran hat sich bis heute wenig geändert. Für Bruch bedeutete das Konzert Fluch und Segen zugleich. Es begründete seinen internationalen Ruhm, verdrängte aber alles, was er bis dahin geschaffen hatte, und selbst alles, was er in Zukunft noch schuf. Während seines langen Lebens bis ins 20. Jahrhundert und in die Anfänge der Atonalität hinein blieb Max Bruch ein Konservativer, der alle Neuerungen der neudeutschen Schule um Franz Liszt und Richard Wagner bekämpfte und auch gegen Richard Strauss polemisierte. Während Bruch Ende der 1860er-Jahre als ein führender deutscher Musiker gefeiert und in seiner Wirkung gar über Brahms gestellt wurde, war er gegen Ende seines Lebens völlig vereinsamt und wurde als seltsamer Kauz belächelt. Das Werk entstand aufgrund der fast schicksalshaften Begegnung Bruchs mit dem berühmten Geiger Joseph Joachim, aus welcher nicht nur eine intensive Arbeitsbeziehung entstand, sondern eine fast 40-jährige Freundschaft. Auch mit dem fünf Jahre älteren Johannes Brahms verband Bruch anfänglich eine enge Freundschaft. Bruch widmet seine erste Sinfonie Johannes Brahms in Freundschaft und dieser lobte das Werk mit den Worten: «Die Sinfonie ist wirklich ganz vortrefflich. Mit viel Freude (und einigem Neid) sehe ich, wie rührig und fleissig Sie sind.» Erst viel später – 1876 – setzte auch Brahms als 43-Jähriger zu seinem sinfonischen Höhenflug an, dann aber heftig. Er überflügelte Bruch sogar und drängte den Kollegen in die Verlierer-Ecke. Die Freundschaft wurde sehr getrübt und brach schliesslich.
Johannes Brahms vertritt in der Sinfoniegeschichte des 19. Jahrhunderts die eher traditionellkonservative Richtung, die im Diskurs um eine neue Musik in der 2. Jahrhunderthälfte – ganz besonders vom Wortführer und Kritiker Eduard Hanslick – gerne gegen die sogenannte neudeutsche Schule ausgespielt wurde. Die vierte Sinfonie ist gleichsam Gipfel und Summe des orchestralen OEuvres von Johannes Brahms. In ihr kulminiert nochmals jenes Kompositionsprinzip, welches charakteristisch für sein Gesamtschaffen ist: die Technik der «entwickelnden Variation», ein Verfahren, das aus einem thematischen Kern durch stete Veränderungen grosse instrumentale Formen hervorbringt. Die 1884/85 entstandene Sinfonie, deren Partiturautograph im Besitze der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich ist, verblüffte selbst die treuesten Brahmsianer durch ihre Variationentechnik, wie exemplarisch aus einem Brief von Elisabeth von Herzogenberg an den Komponisten zu lesen ist: «Es ist mir, als wenn eben diese Schöpfung zu sehr auf das Auge des Mikroskopikers berechnet wäre, als wenn nicht für jeden einfachen Liebhaber die Schönheiten offen da lägen, als wäre es eine kleine Welt für die Klugen und Wissenden.» Die gedankliche Konzentration, die Verdichtung der motivisch-thematischen Arbeit und die konstruktive Verzahnung der Sätze untereinander haben hier ein Höchstmass erreicht und widersprechen den Vorstellungen der Sinfonie als plakative musikalische Botschaft an ein grosses Publikum.

Programm Genf

Ernest Bloch wurde 1880 in Genf geboren, studierte aber bereits als 14-Jähriger Geige in Paris und später Komposition in Frankfurt und München. 1904 kehrte er nach Genf zurück, wo er seine einzige Oper, «Macbeth», komponierte, deren Tonsprache deutlich von der Musik Debussys beeinflusst ist. Dies gilt auch für die 1905 entstandenen «Deux poèmes pour orchestre», zwei sinfonische Dichtungen. «Hiver» (Winter) ist ein schwermütiger, von bohrender Trauer geprägter Satz. «Printemps» (Frühling) ein lebensbejahendes Gegenstück.
Bei kaum einem anderen Komponisten reduziert sich die Erinnerung der Musikwelt derart auf ein einziges Werk oder gar auf einen Satz wie bei Max Bruch. Das Adagio aus dem 1. Violinkonzert ist bis heute ein absoluter Klassik-Hit und Inbegriff der Bruch’schen melodischen Musiksprache, an Poesie und Schönheit kaum zu übertreffen. Dieses erste Violinkonzert in g-Moll wurde bald nach der Uraufführung mit Joseph Joachim als Solisten am 7. Januar 1868 in ganz Europa zu einem Dauerbrenner. Der Name Bruch ist von da an mit diesem Konzert verbunden und daran hat sich bis heute wenig geändert. Für Bruch bedeutete das Konzert Fluch und Segen zugleich. Es begründete seinen internationalen Ruhm, verdrängte aber alles, was er bis dahin geschaffen hatte, und selbst alles, was er in Zukunft noch schuf. Während seines langen Lebens bis ins 20. Jahrhundert und in die Anfänge der Atonalität hinein blieb Max Bruch ein Konservativer, der alle Neuerungen der neudeutschen Schule um Franz Liszt und Richard Wagner bekämpfte und auch gegen Richard Strauss polemisierte. Während Bruch Ende der 1860er-Jahre als ein führender deutscher Musiker gefeiert und in seiner Wirkung gar über Brahms gestellt wurde, war er gegen Ende seines Lebens völlig vereinsamt und wurde als seltsamer Kauz belächelt. Das Werk entstand aufgrund der fast schicksalshaften Begegnung Bruchs mit dem berühmten Geiger Joseph Joachim, aus welcher nicht nur eine intensive Arbeitsbeziehung entstand, sondern eine fast 40-jährige Freundschaft. Auch mit dem fünf Jahre älteren Johannes Brahms verband Bruch anfänglich eine enge Freundschaft. Bruch widmet seine erste Sinfonie Johannes Brahms in Freundschaft und dieser lobte das Werk mit den Worten: «Die Sinfonie ist wirklich ganz vortrefflich. Mit viel Freude (und einigem Neid) sehe ich, wie rührig und fleissig Sie sind.» Erst viel später – 1876 – setzte auch Brahms als 43-Jähriger zu seinem sinfonischen Höhenflug an, dann aber heftig. Er überflügelte Bruch sogar und drängte den Kollegen in die Verlierer-Ecke. Die Freundschaft wurde sehr getrübt und brach schliesslich.
Johannes Brahms vertritt in der Sinfoniegeschichte des 19. Jahrhunderts die eher traditionellkonservative Richtung, die im Diskurs um eine neue Musik in der 2. Jahrhunderthälfte – ganz besonders vom Wortführer und Kritiker Eduard Hanslick – gerne gegen die sogenannte neudeutsche Schule ausgespielt wurde. Die vierte Sinfonie ist gleichsam Gipfel und Summe des orchestralen OEuvres von Johannes Brahms. In ihr kulminiert nochmals jenes Kompositionsprinzip, welches charakteristisch für sein Gesamtschaffen ist: die Technik der «entwickelnden Variation», ein Verfahren, das aus einem thematischen Kern durch stete Veränderungen grosse instrumentale Formen hervorbringt. Die 1884/85 entstandene Sinfonie, deren Partiturautograph im Besitze der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich ist, verblüffte selbst die treuesten Brahmsianer durch ihre Variationentechnik, wie exemplarisch aus einem Brief von Elisabeth von Herzogenberg an den Komponisten zu lesen ist: «Es ist mir, als wenn eben diese Schöpfung zu sehr auf das Auge des Mikroskopikers berechnet wäre, als wenn nicht für jeden einfachen Liebhaber die Schönheiten offen da lägen, als wäre es eine kleine Welt für die Klugen und Wissenden.» Die gedankliche Konzentration, die Verdichtung der motivisch-thematischen Arbeit und die konstruktive Verzahnung der Sätze untereinander haben hier ein Höchstmass erreicht und widersprechen den Vorstellungen der Sinfonie als plakative musikalische Botschaft an ein grosses Publikum.

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Biographie

Die erfolgreiche Teilnahme am Gustav-Mahler- Dirigentenwettbewerb 2013 brachte dem jungen israelischen Pianisten und Dirigenten Lahav Shani den internationalen Durchbruch und damit die Einladungen, als Dirigent mit bedeutenden Orchestern zu arbeiten, darunter mit dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem niederländischen Radio Filharmonisch Orkest, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Bamberger Symphonikern und dem Sinfonieorchester Basel. Lahav Shani wurde 1989 in Tel Aviv geboren. Im Alter von sechs Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht bei Hannah Shalgi und setzte seine Ausbildung an der Buchmann-Mehta School of Music in Tel Aviv fort. Es folgten ein Dirigierstudium bei Prof. Christian Ehwald und ein Klavierstudium bei Prof. Fabio Bidini an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» in Berlin. In den letzten Jahren wurde er ausserdem von Daniel Barenboim betreut. Sein Debüt beim Rotterdam Philharmonic gab Lahav Shani im Juni 2016 als Dirigent und Solopianist mit so grossem Erfolg, dass die Orchestermusiker ihn einstimmig zu ihrem neuen Chefdirigenten ab der Saison 2018/19 wählten.

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