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7. - 9. Apr '21

Tournee V
7. - 9. Apr '21

David Zinman

Tournee

Konzertdaten und Orte

Interpreten

Programm

Programm mit Schweizer Solistin Valentine Michaud, Gewinnerin «Ouvertüre» 2019/20.
Als der Kritiker Louis Ehlert 1878 die «Klänge aus Mähren» von Antonín Dvořák zu Gesicht bekam, geriet er ins Schwärmen: «Eine himmlische Natürlichkeit fluthet durch diese Musik, daher sie ganz populär ist.» Nun, populär wurden in erster Linie diejenigen Werke Dvořáks, die mit nationalen Tonfällen spielen: die Slawischen Tänze, das Dumky-Trio, die Streicherserenade und die 8. Sinfonie (1889). Freilich wäre es fatal, Dvořák auf das Klischee vom «böhmischen Musikanten» zu reduzieren.
Das tschechische Kolorit der Sinfonie zum Beispiel ist eines aus zweiter Hand: Vom melancholischen Beginn über den vexierbildartigen zweiten Satz bis zum überschäumenden Finale wählt Dvořák keine originalen Volksmelodien, sondern ahmt diese in Tonfall und Struktur nach. Im Scherzo unterläuft er sogar die Hörerwartungen, indem statt eines rustikalen Volkstanzes ein wehmütiger Walzer erklingt; erst ganz zuletzt blitzt kurz ein echtes Volkslied auf, allerdings versteckt in Oboen und Fagotten.
Dvořák war also keineswegs der «Bauchmusiker», als der er vielen galt, sondern ein Künstler, der solche Folklorismen gezielt einsetzte. Auch die vielfältigen Abweichungen vom klassischen Formenarsenal in der Achten sind Ergebnis bewusster Planung: Im ersten Satz wird die Überfülle melodischer Einfälle durch das genau austarierte Verhältnis von Dur- und Moll-Passagen aufgefangen. Und im Finale durchdringen sich so unterschiedliche Formkonzepte wie Rondo, Sonatensatz und Variationenzyklus, bevor die Wiederkehr der einleitenden Trompetenfanfare das Geschehen rundet.

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Biographie

«Musik ist eine bessere Welt. Sie drückt die höchsten Ideale der Menschheit aus.» Gemäss diesem Motto hat der Dirigent David Zinman Hörern auf der ganzen Welt klassische Musik nähergebracht: direkt, unverfälscht, voller Leidenschaft. Bevor der New Yorker 1995 ans Tonhalle-Orchester Zürich wechselte, hatte er sich in London, Amsterdam, Rochester und Rotterdam internationale Meriten erworben. Zwischen 1985 und 1998 formte er das Baltimore Symphony Orchestra zu einem der besten Klangkörper der USA. In Zürich aber erlebte er seinen zweiten Frühling, mit bestem Kontakt zum Publikum, neuen Konzertformaten und natürlich mit hochgelobten Einspielungen, etwa den Sinfonien Beethovens, Schuberts und Mahlers. Die Liste seiner Auszeichnungen ist beeindruckend, sie reicht von diversen Grammys über den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik bis zum Kunstpreis der Stadt Zürich. 2012 wurde Zinman in die American Classical Music Hall of Fame aufgenommen, und selbstverständlich ist er Ehrendirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich.

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